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Angst - Gefahr für Herz und Seele und für
die Zukunft dieser Gesellschaft
Dr. med. Klaus Mohr
Angst "gehört zu unserer Existenz und ist
eine Spiegelung unserer Abhängigkeiten und des Wissens um unsere Sterblichkeit. Wir
können nur versuchen, Gegenkräfte gegen sie zu entwickeln: Mut, Vertrauen, Erkenntnis,
Macht, Hoffnung, Demut, Glaube und Liebe. Diese können uns helfen, Angst anzunehmen, uns
mit ihr auseinanderzusetzen, sie immer wieder neu zu besiegen." (F. Riemann)In unserem Zeitalter haben die Menschen versucht, ihre Angst mit
Materie, Macht und Konsum zu bekämpfen - oder eher: sie zu betäuben. Dieser Versuch ist
ganz offensichtlich mißlungen, wie die Ausbreitung der Angstkrankheiten samt ihrer
Betäubungsversuche (der Suchtkrankheiten) zeigt.
Dazu haben die materiellen Bekämpfungsversuche gesellschaftliche und politische
Strukturen geschaffen, wie z. B. die Gesundheitsstrukturgesetze oder wissenschaftliche
Normen, die ihrerseits menschliche Grundbedingungen wie Vertrauen, Hoffnung, Glauben,
Liebe und Mut nicht erwähnen. Wiederum haben diese Einschränkungen die Ängste der
Menschen noch verstärkt.
Symptome der generalisierten Angststörung:
- Befürchtungen (Sorge über zukünftiges Unglück,
Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten usw.)
- motorische Spannung (körperliche Unruhe,
Spannungskopfschmerz, Zittern, Unfähigkeit, sich zu entspannen)
- vegetative Übererregbarkeit (Benommenheit, Schwitzen
Tachykardie oder Tachypnoe Oberbauchbeschwerden, Schwindelgefühle, Mundtrockenheit etc.)
Daher ist es wohl berechtigt, unser Zeitalter als Zeitalter
der Angst zu bezeichnen: Angst - unbewußte Angst - bestimmt die Wissenschaft, die
Politik, die Rechtsprechung und die Wirtschaft, bestimmt die Bereiche unseres Alltags.
Unsere Wissenschaft steht in der Tradition der Aufklärung. Die Aufklärung hatte
versucht, das Problem der Angst mittels der Entzauberung der Natur zu lösen: Die Angst
war für die Aufklärung ein abzulösender Teil der menschlichen Subjektivität. Dieser
subjektiven Realität setzte die Aufklärung ihre Utopie der objektiven menschlichen
Vernunft entgegen. Nach dieser Vorstellung hätte die Vernunft die Angst besiegen sollen.
Inzwischen mußten wir erfahren, daß dieses Konzept versagt hat: Die Vernunft, die Ratio,
hat zu Materialismus und Rationalismus geführt und mit diesem Erbe die Angst verstärkt,
anstatt sie zu besiegen.
Mit dem Materialismus wurde die Angst vor Krankheit, Alter, Armut, Not und Tod
übermächtig. So wurde das Zeitalter des Materialismus zum Zeitalter der Angst. Die
Harmonie mit der Natur, mit der Schöpfung war für viele Menschen verlorengegangen - und
ebenso die Verbindung mit dem Schöpfer. Die Menschen hatten geglaubt, das Universum
besser zu verstehen - und sich dabei selber nicht verstanden. Alle ihre Kräfte hatten,
sie auf den Besitz und die Beherrschung der Weit verwendet, und da bei sich selber
verloren. So entstand das Bild von einer harten Realität, die im Grunde ihre Sehnsüchte,
ihre eigentlichen Bedürfnisse nicht erfüllen konnte.
Angst entstand aus dem Empfinden von Abhängigkeit oder von Gefangenschaft und
weiterhin aus dem Gefühl, eine Situation nicht kontrollieren zu können.
Die Gegenkräfte, mit denen die Angst überwunden werden kann: Autonomie, Erkenntnis,
Mut, Vertrauen, Hoffnung, Glaube und Liebe, sind in unserer materialisierten
Versorgungsgesellschaft immer schwächer geworden.
Auch die moderne Medizin läßt bei ihren Patienten schon einmal das Gefühl von
Abhängigkeit oder fehlender Eigenkontrolle entstehen und damit eben auch Angst. So
entstehen Nebenwirkungen die in keinem Beipackzettel stehen. Allerdings müssen auch diese
Nebenwirkungen der modernen Medizin bzw. der (hochverschuldeten) materialistischen
Verteilungsgesellschaft sehr ernst genommen werden. Denn die Angst ist ein nicht zu
unterschätzender, krankheitserzeugender oder gar tödlicher Faktor, wie in den neuesten
wissenschaftlichen Untersuchungen nachgewiesen wurde: In der prospektiven Normative Aging
Study (Ichiro Kavachi, University of Boston, Massachusetts, Circulation 90, 1994, 2225)
fand sich für Menschen, die zwei oder mehr Angstsymptome aufgewiesen hatten ein 3,2fach
erhöhtes Risiko, an der koronaren Herzkrankheit zu sterben, und sogar ein 5,7fach
erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod.
In Prozenten ausgedrückt, wie in Politik und Wirtschaft üblich, würde die Gefahr
für den vorzeitigen Herztod bei vermehrt ängstlichen Menschen um 320 Prozent bzw. 570
Prozent höher sein als bei ihren souveräneren Zeitgenossen.
Aus der Erfahrung der ärztlichen Praxis bin ich überzeugt, daß die Angst auf das
Immunsystem in eher noch höherem Ausmaß schädigend wirkt. So kann die Entstehung von
chronischen Infektionen und auch von Tumorkrankheiten mitverursacht werden. Dieser Aspekt
ist sehr beunruhigend - auch im Vergleich mit den unbestrittenen, wichtigen Erfolgen der
modernen Medizin. Denn die Rettungsmöglichkeiten auch einer maximal fortgeschrittenen
technischen Medizin können mit Risikosteigerungen im Hundertprozentbereich nicht Schritt
halten. Derartiges könnte nur eine Medizin leisten, die fundamental Gesundheit aufbaut
und erhält - mithin eine naturorientierte Medizin, die vorurteilslos, aber kritisch neue
und alte existenzfördernde Methoden miteinander integriert. Jedoch sind die derzeitigen
Bedingungen im politischen, sozialen und ökonomischen Bereich für die Entwicklung einer
derartigen Medizin nicht günstig - aber immerhin möglich.
Über längere Zeit hat die normierte technikorientierte Medizin die Ängste der
Patienten gegenüber ihren Maßnahmen gewiß nicht völlig ignoriert, aber doch für ihren
Therapieerfolg als unerheblich angesehen. Jetzt zeigt die erwähnte Normative Aging Study
gefährliche Auswirkungen von überdurchschnittlicher Angst auf den Körper.
Damit muß das Paradigma der konventionellen Therapie neu überdacht werden -
einschließlich der konventionellen Gesundheits- und Sozialpolitik. Was kann uns eine
Politik bzw. eine Medizin nutzen, die ständig mit hoher Geschwindigkeit und hohem Aufwand
hinter den Schäden nachrennt, die sie zumindest teilweise mitverursacht hat? Schon lesen
sich die Beipackzettel moderner Medikamente wie Horrorszenarien. Bezeichnenderweise gibt
es über deren Auswirkungen auf die Kranken keine konkreten Untersuchungen. Sie würden
mit Sicherheit nicht günstig ausfallen. Andererseits stellen diese Erkenntnisse ein
gewichtiges Argument für die bewährten seriösen Naturheilverfahren dar, vor allem im
Bereich der Gesundheitserhaltung.
Eine wesentliche Komponente für die Erhaltung der Gesundheit ist die Befreiung oder
wenigstens die Linderung von Angst. Inzwischen kennen wir differenziert ein ganzheitliches
Spektrum von Naturstoffen, die Gesundheit erhalten bzw. Krankheit verhindern können, wenn
sie richtig und konsequent - als Schutzfaktoren - angewendet werden:
- die zellschützenden Vitamine
- die funktionsstabilisierenden Mineralstoffe und Spurenelemente
- die gewebsschützenden Flavonoide
- die adptionsfördernden Ginseng- und Eleutherokokus-Steroide
- die antimikrobiellen und entgiftenden ätherischen Öle und vor allem die
- Lauch- und Senföle und außerdem noch eine Reihe von
- immunmodulierenden Pflanzenstoffen.
Alle diese Schutzfaktoren geben insgesamt ein gutes Maß an Sicherheit - und deshalb
auch einen konkreten, begründeten Ansatz zur Befreiung von Krankheitsangst.
Selbstverständlich kann die Naturheilkunde nur eine Komponente zur Angstbewältigung
sein. Im individuellen Bereich müssen die Versöhnung mit dem Existentiellen, das
Akzeptieren des Unvermeidbaren, der Verzicht auf Feindseligkeit, auf Macht- und
Materiestreben, dazu Ehrlichkeit, Offenheit und Vertrauen hinzukommen.
Aus alldem erwächst der Lebensmut, der kräftige, lustvolle und sinnbringende
Gegenspieler der Angst, unser wichtigster Antrieb zur Bewältigung von Schwierigkeiten und
zur Verhinderung des Vermeidbaren und Grausamen. Und daraus wiederum erwächst Gesundheit
- aus dem Guten.
Dieses Konzept ist einfach und konkret im Alltag zu verwirklichen: angefangen von der
Auswahl gewaltfrei und ökologisch verträglich gewonnener Nahrungsmittel, dem Verzicht
auf umweltbelastenden Luxus, aus gutem, fairen Umgang miteinander.
Schon diese einfachen Maßnahmen bilden eine wichtige Grundlage zur Befreiung von
Angst, zur Befreiung für das Leben. Diese Maßnahmen sind wichtig. Denn über zwei
Drittel der befragten Menschen (in einer Umfrage des Nachrichten-Magazins Focus) meinten,
daß in der heutigen Welt das Böse zunimmt. Wissenschaftler sprechen von einer Wiederkehr
des Bösen. Die Wiederkehr des Bösen im Zeitalter der Angst: eine verhängnisvolle (und
keinesfalls zufällige) Kombination.
Mit all unserem Lebensmut müssen wir das nicht hinnehmen.
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