Noch immer werden die Eigenkräfte
des Organismus zur Tumorabwehr von der offiziellen Medizin wenig
beobachtet. Die systematische Förderung dieser Eigenkräfte zur
Tumorprophylaxe oder -therapie wird (offiziell) kaum praktiziert.
Allerdings haben inzwischen einige medizinische Forscher
erstaunlich differenzierte Erkenntnisse zur biologischen Tumorabwehr
erarbeitet. Eine Schlüsselsubstanz scheint der Tumornekrosefaktor (TNF)
zu sein. Wir wollen unsere Leser über den Stand der Dinge
informieren.
Am Anfang dieser Erkenntnisbildung stand die Beobachtung:
Wenn tumorkranke Patienten sich eine fieberhafte Infektion mit
Bakterien, vor allem mit Streptokokken, zugezogen hatten, konnte es
zur Rückbildung der Tumoren kommen.
Aufgrund dieser Beobachtungen entwickelte bereits im vorigen
Jahrhundert der Chirurg William Coley eine Art Serum aus aufgelösten
erysipelbildenden Streptokokken (Erreger der Wundrose) und einer
Bacillus-Art. Trotz beachtlicher Heilungserfolge bei etlichen seiner
Patienten geriet die Methode neben den neu aufgekommenen Möglichkeiten
der eingreifenden Tumorbekämpfung, aber auch wegen der z.T.
erheblichen Nebenwirkungen der "Bakteriensuppe", später in
Vergessenheit.
Jahrzehnte später, in den dreißiger und vierziger Jahren unseres
Jahrhunderts, fanden Gartia und Mitarbeiter heraus, daß
Zellbestandteile von gramnegativen Bakterien (sogenannten Endotoxine),
in Tumorgewebe injiziert, Nekrosen (Gewebszerfall) auslöst. Dieser
Tumorzerfall wird (wie spätere Untersuchungen zeigten) nicht durch
das Endotoxin selber, sondern durch körpereigene Faktoren bewirkt,
die u.a. in Milz und Leber gebildet werden. Das bakterielle Endotoxin
regt die Bildung dieser körpereigenen tumorabwehrenden Faktoren an.
Sie wurden als Tumornekrosefaktor (TNF) bezeichnet.
Der Tumornekrosefaktor gehört zu den Zytokinen. Zytokine sind
Botenstoffe der Körperzellen. Sie übertragen sozusagen Befehle einer
Zelle an andere Zellen. Von ihrer Struktur her sind die Zytokine
Polypeptide (Eiweißstoffe): Das TNF-Molekül besteht aus 157 Aminosäuren,
deren Sequenz (Bauplan) vor knapp 10 Jahren aufgeklärt wurde. Gebildet
wird der Tumornekrosefaktor von weißen Blutkörperchen, den
Makrophagen (TNF-a ) und Lymphzellen (TNF-b ) sowie von weiteren
immunkompetenten Zellen in Leber und Nieren, in den Gaumenmandeln und
im Zentralnervensystem. Unterstützt wird die TNF-Wirkung von
weiteren Zytokinen, den sogenannten Interleukinen (IL).
Angeregt wird die Bildung der Tumornekrosefaktoren von
bestimmten Bakterienwand-Bestandteilen und Tumorzellen (deshalb wurden
die TNF-Spiegel zeitweise als - unsichere - Marker für
Tumorkrankheiten angesehen), aber auch von Echinacea-Präparaten,
Enzymen (Bromelain - aus der Ananas) und von Mistel-Präparaten.
Die Wirkung des Tumornekrosefaktors besteht in der Auflösung
von TNF-empfindliche Zellen. Empfindlich sind die Zellen von knapp
zwei Drittel aller Tumoren.
Unempfindlich gegenüber dem Tumornekrosefaktor sind praktisch,
alle gesunden Zellen, sowie leider - die Zellen von knapp 40 Prozent
der Tumoren. Deshalb kann der Tumornekrosefaktor kein Allheilmittel
sein. Die Wirksamkeit des TNF hängt ab von der Empfindlichkeit des
Gewebes (empfindlich sind Ausgangstumorgewebe aus Haut-,
Lungen-, Leber-, Darm-, Nieren- und Bindegewebszellen) sowie von der
Abwesenheit von Schutzproteinen auf der Zelloberfläche. Derartige
Schutzproteine gegenüber TNF werden sinnvollerweise von allen
gesunden Körperzellen und - leider - auch von den Zellen einiger
Tumorgewebe produziert. Körperzellen, die Schutzproteine bilden, sind
unempfindlich gegen den Tumornekrosefaktor.
Weitere Zytokine, vor allem das Gamma-Interferon, aber auch die
Interleukine 1b und -6 verstärken jedoch die TNF-Wirkung. Darüber
hinaus kann der Tumornekrosefaktor mittels Verlegung von zuführenden
Blutgefäßen auch TNF-resistente Tumoren zur Einschmelzung bringen,
nicht aber gesunde Gewebe. Außerdem fördert der Tumornekrosefaktor
die Bildung von natürlichen Killerzellen (speziellen Lymphzellen). An
deren Oberfläche gebunden, wird ihre tumorzellauflösende Wirkung
verstärkt.
Bei diesen Befunden lag es nahe, den (rekombinant synthetisierten)
Tuffiornekrosefaktor therapeutisch dem erkrankten oder gefährdeten
Organismus zuzuführen. Leider haben-derartige Versuche keine
befriedigenden Ergebnisse erbracht, weil
- die Wirkdauer von zugeführtem "synthetischen" TNF
sehr kurz ist (Haltwertszeit 6-30 Min).
- zugeführte
Dosierungen schon im 100-Mikrogramm Bereich
schlecht verträglich sind
- zugeführtes
TNF sich nicht in den tumorbekämpfenden weißen
Blutkörperchen anreichert
- zugeführtes TNF gerade bei Tumorkranken bereits im Serum
gebunden und damit ineffektiv wird.
Aus den genannten Gründen, wegen ausbleibender Therapieerfolge,
wurde die Zufuhr des TNF von außen bald wieder verlassen,
obwohl bei einer großen Zahl von Tumoren theoretisch gute
Wirkungen zu erwarten gewesen wären.
Als Alternative zur bisher leider erfolglosen künstlichen Zufuhr
bleibt für diesen körpereigenen Wirkstoff die Förderung der
Eigenproduktion sinnvoll. Damit werden die wichtigsten Mißerfolgsursachen
äußerer Zufuhr umgangen.
Bleibt die Frage: Wie kann die sinnvolle TNF-Eigenproduktion gefördert
werden? Natürliche Mittel wie Echinacea- und Mistel-Produkte,
Enzyme und Streptokokkenpräparate fördern die TNF-Bildung,
idealerweise am richtigen Ort. Die therapeutische Option sollte nicht
vernachlässigt werden.
Meine Ideale, die mir voranleuchten und mich mit frohem Lebensmut
immer wieder erfüllten, waren Güte, Schönheit und Wahrheit
Albert Einstein