Lange Zeit wurden als Ursache für
Herzinfarkte oder Schlaganfall vor allem erhöhte Cholesterinspiegel
beachtet. Inzwischen sind die Einsichten differenzierter geworden.
Offensichtlich ist auch das Fibrinogen, der Eiweißstoff für die
Blutgerinnung, an der Arteriosklerose-Entstehung beteiligt.
Die normale Funktion des Fibrinogens ist die Gerinnselbildung zum
Verschluß beschädigter Blutgefäße nach Verletzungen: lädierte Gefäßwände,
aber auch zerfallene Blutplättchen, führen zur Umwandlung des gelösten
Fibrinogens in das ausflockende, unlösliche Fibrin.
Das Fibrin bildet vernetzende Eiweißfäden, aus denen ein
Blutpfropf (Thrombus) entsteht. Mikrothromben entstehen auch als
Anlagerung auf anderweitig beschädigten Blutgefäßwänden, z.B. über
Cholesterineinlagerungen in Arterien. Die Thrombusbildung (in
Arterien) scheint für den weiteren Verlauf und die Verschlimmerung
der Arteriosklerosen von folgenschwerer Bedeutung zu sein.
Überhöhte Fibrinogenspiegel stellen aber offensichtlich einen
eigenständigen Risikofaktor dar. So erwies sich in einer Studie die Höhe
der Fibrinogenspiegel für die Entstehung von Herzinfarkten weitaus
aussagekräftiger als die Höhe der Cholesterinspiegel. Obwohl das
Fibrinogen bei Verletzungen lebenswichtig ist, ist zur Verminderung
des vorzeitigen Arterioskleroserisikos doch die Senkung überhöhter
Fibrinogenspiegel erwünscht.
Neuerdings wurde erkannt: Die Fibrinogenspiegel im Blut steigen an
mit den Triglyceridspiegeln (Neutraifetten), also durch zuckerreiche
Ernährung, Hyperinsulinismus. Umgekehrt senken Lipidsenker (z.B.
Clofibratabkömmlinge) auch erhöhte Fibrinogenspiegel.
Gesunde Vollwertkost (Vollkorngetreide, Gemüse, Obst, dabei
Meidung von schnellresorbierbaren Zuckern) trägt demnach ebenfalls
zur Verhinderung erhöhter Fibrinogenspiegel bei. Und von dem
pflanzlichen Lipidsenker Knoblauch ist die gleichzeitige
fibrinolytische, blutflußverbessernde Wirkung schon lange bekannt.