Die Ansätze und Möglichkeiten der
Infarktverhütung gehen inzwischen weit über die (nach wie vor
empfehlenswerte Senkung überhöhter LDL-Cholesterinwerte hinaus. Von
außerordentlicher Bedeutung ist die großzügige Versorgung mit
Vitamin E-Zufuhr von 200/E pro Tag für Erwachsene. Diese Empfehlung
haben wir in der Reform-Rundschau schon seit Jahren gegeben. Kürzlich
bestätigte eine große Studie, die in der medizinischen Fachpresse
breit zitiert wurde, unsere Empfehlung. Zusätzlich haben wir auf die
Ergänzung der Vitamin E-Wirkung für den Schutz der Arterienwände
durch eine Vitamin C-Substitution mit mindestens 500 mg Vitamin C pro
Tag, möglichst in Verbindung mit Bioflavonoiden, hingewiesen.
Weiterhin sei noch einmal an die Bedeutung von Magnesium als
Schutzfaktor erinnert: nach einer Studie von R.B. Singh aus Moradabad/Indien
(Singh, R.B.: Effect of Dietary Magnesium Supplementation in the
Prevention of Coronary Heart Disease and Sudden Cardiac Death, Magner
Trace Eiern 9 (1990) 143) konnte in einer Hochrisikogruppe die
Rate an Komplikationen und Todesfällen um die Hälfte gesenkt werden,
wenn großzügig Magnesium zugeführt wurde. Diese Chancen können Sie
aktiv und konkret aufgreifen. Zur Ergänzung gesunder Nahrung werden
im Reformhaus herzschützende Kapseln angeboten, die Vitamin E in
optimaler Dosierung und zusätzlich Magnesium als Schutzfaktor
enthalten: als wichtigen Beitrag zur Minimierung Ihres persönlichen
Herz-Risikos. Der Nutzen dieser einfachen und nach bestem Wissen unschädlichen
Maßnahmen ist so überzeugend (und vom Wirkprinzip her belegbar), daß
wir auch dafür noch weitere Bestätigung erwarten.
Die Infarktgefahr, vor allem im jüngeren und mittleren
Lebensalter, ist unter den heutigen Lebensbedingungen sehr groß.
Daher möchten wir immer weitere - möglichst gesunde, d.h. nicht
anderweitig schädliche - Schutzfaktoren beitragen, um unnötiges Leid
zu verhindern und eingreifende, belastende und nicht immer ungefährliche
Maßnahmen der modernen Medizin möglichst zu vermeiden.
So haben wir schon seit längerem auf den sinnvollen Nutzen von
Sojalecithin hingewiesen. Sojalecithin kann nachweislich zu einer
Senkung der heutzutage oft überhöhten ungünstigen
LDL-Cholesterinspiegel, mit gleichzeitiger Erhöhung der gefäßschützenden
HDL-Cholesterinfraktionen beitragen.
Inzwischen findet sich eine weitere - noch indirekte - Bestätigung
für den Wert des Sojalecithins:
In der Physicians Health Study, einer prospektiven
Gesundheits-Studie an 15.000 Ärzten (in den USA), erlitten im
Beobachtungszeitraum von 5 Jahren 271 der teilnehmenden Ärzte einen
Herzinfarkt. Für diese Studie waren die (bisher wenig beachteten)
Homocysteinspiegel im Blut gemessen worden. Homocystein ist ein
normaler Stoffwechselmetabolit, der bei der Übertragung von
Methylgruppen im Organismus entsteht. Im Stoffwechselkreislauf (dem
"körpereigenen Recycling") wird das Homocystein unter
Mitwirkung von Folsäure, Vitamin B6 und
Methylgruppenspendern, wie Cholin (z.B. aus Sojalecithin), wieder in
die wichtige Aminosäure Methionin umgewandelt. Wenn diese Umwandlung
behindert ist, steigen die Homocysteinspiegel an.
In der Physicians Health Study wurde nun gefunden, daß bei den 271
Infarktpatienten (von 15.000 Ärzten) die mittleren Homocysteinspiegel
im Blut signifikant höher waren als bei den Ärzten, die keinen
Infarkt erlitten hatten. Aufgrund statistischer Hochrechnung
verdreifachten die mittelgradig erhöhten Homocysteinspiegel das
Infarktrisiko.
Aus der festgestellten Korrelation zwischen erhöhten
Homocysteinspiegeln und Infarktrisiko läßt sich bisher keine Aussage
über ursächliche Wirkungen des Homocysteins auf Arteriosklerose oder
Thrombusentstehung ableiten - als "Wirkungsmechanismus".
Doch gibt die zentrale Stellung des Homocysteins in den
Methylierungsreaktionen des Organismus praktisch wichtige Hinweise:
Die Homocysteinspiegel steigen an, wenn Vitamin B6, Folsäure
und/oder Methylgruppendonatoren wie Cholin (Sojalecithin) ungenügend
vorhanden sind.
Die praktische Konsequenz ist: ausreichende Versorgung mit diesen
Wirkstoffen. Beziehungen zwischen Vitamin B6-Mangel und der
Koronarsklerose sind einigen Insidern schon lange bekannt. Vitamin B6
ist reichlich vorhanden in Hülsenfrüchten, vor allem Sojabohnen und
Getreiden (besonders Gerste). Übrigens findet Vitamin B6
auch dankbare Anwendung bei vielen Nervenerkrankungen.
Der offiziell empfohlene Tagesbedarf für Vitamin B6
beträgt 1-2 mg, therapeutisch werden 50-100 mg pro Tag gegeben. Folsäure
findet sich reichlich in allen grünen Gemüsen und den Hülsenfrüchten.
Sie wird außerdem von der gesunden Darmflora gebildet. Übrigens
sprechen auch einige Erkrankungen des Nerven- und blutbildenden
Systems sowie Schwächezustände nach Infektionen oder Operationen gut
auf Folsäure an. Der Tagesbedarf für Folsäure wird auf 1-2 mg geschätzt;
therapeutisch werden 5 (- 10) mg gegeben.
Es bleibt noch das Sojalecithin als Methylgruppenspender zu nennen.
Ohne verfügbare Methylgruppen bleiben die genannten Vitamine
ineffektiv. Daran ist die Notwendigkeit der ausgewogenen Zufuhr der
genannten essentiellen Substanzen für die optimale Gesundheit zu
erkennen. Ideal scheint die tägliche Aufnahme von 1,5 - 4,5 g
Sojalecithin - je nach individueller Belastung und Notwendigkeit.
Das himmlische Mahl
Ein reicher Mann starb und erwachte im Paradies. Eine reichgedeckte
Tafel verhieß wahrhaft himmlische Freuden. Er fragte nach dem Preis
der köstlichen Gerichte. "Alles kostet nur einen Pfennig",
war die Antwort. Der Mann freute sich, denn er war sehr reich. Aber
als er bezahlen wollte, schüttelte man den Kopf. "Bei uns gilt
nur das Geld, das einer verschenkt hat" Da wurde der Mann
traurig. Er war plötzlich bettelarm, denn er hatte nichts in seinem
Leben verschenkt.
Nach einer alten Sage Asiens