Herzinfarkte verhindern - Die Funktion von Folsäure und Lecithin

Dr. med. Klaus Mohr


Die Ansätze und Möglichkeiten der Infarktverhütung gehen inzwischen weit über die (nach wie vor empfehlenswerte Senkung überhöhter LDL-Cholesterinwerte hinaus. Von außerordentlicher Bedeutung ist die großzügige Versorgung mit Vitamin E-Zufuhr von 200/E pro Tag für Erwachsene. Diese Empfehlung haben wir in der Reform-Rundschau schon seit Jahren gegeben. Kürzlich bestätigte eine große Studie, die in der medizinischen Fachpresse breit zitiert wurde, unsere Empfehlung. Zusätzlich haben wir auf die Ergänzung der Vitamin E-Wirkung für den Schutz der Arterienwände durch eine Vitamin C-Substitution mit mindestens 500 mg Vitamin C pro Tag, möglichst in Verbindung mit Bioflavonoiden, hingewiesen. Weiterhin sei noch einmal an die Bedeutung von Magnesium als Schutzfaktor erinnert: nach einer Studie von R.B. Singh aus Moradabad/Indien (Singh, R.B.: Effect of Dietary Magnesium Supplementation in the Prevention of Coronary Heart Disease and Sudden Cardiac Death, Magner Trace Eiern 9 (1990) 143) konnte in einer Hochrisikogruppe die Rate an Komplikationen und Todesfällen um die Hälfte gesenkt werden, wenn großzügig Magnesium zugeführt wurde. Diese Chancen können Sie aktiv und konkret aufgreifen. Zur Ergänzung gesunder Nahrung werden im Reformhaus herzschützende Kapseln angeboten, die Vitamin E in optimaler Dosierung und zusätzlich Magnesium als Schutzfaktor enthalten: als wichtigen Beitrag zur Minimierung Ihres persönlichen Herz-Risikos. Der Nutzen dieser einfachen und nach bestem Wissen unschädlichen Maßnahmen ist so überzeugend (und vom Wirkprinzip her belegbar), daß wir auch dafür noch weitere Bestätigung erwarten.

Die Infarktgefahr, vor allem im jüngeren und mittleren Lebensalter, ist unter den heutigen Lebensbedingungen sehr groß. Daher möchten wir immer weitere - möglichst gesunde, d.h. nicht anderweitig schädliche - Schutzfaktoren beitragen, um unnötiges Leid zu verhindern und eingreifende, belastende und nicht immer ungefährliche Maßnahmen der modernen Medizin möglichst zu vermeiden.

So haben wir schon seit längerem auf den sinnvollen Nutzen von Sojalecithin hingewiesen. Sojalecithin kann nachweislich zu einer Senkung der heutzutage oft überhöhten ungünstigen LDL-Cholesterinspiegel, mit gleichzeitiger Erhöhung der gefäßschützenden HDL-Cholesterinfraktionen beitragen.

Inzwischen findet sich eine weitere - noch indirekte - Bestätigung für den Wert des Sojalecithins:

In der Physicians Health Study, einer prospektiven Gesundheits-Studie an 15.000 Ärzten (in den USA), erlitten im Beobachtungszeitraum von 5 Jahren 271 der teilnehmenden Ärzte einen Herzinfarkt. Für diese Studie waren die (bisher wenig beachteten) Homocysteinspiegel im Blut gemessen worden. Homocystein ist ein normaler Stoffwechselmetabolit, der bei der Übertragung von Methylgruppen im Organismus entsteht. Im Stoffwechselkreislauf (dem "körpereigenen Recycling") wird das Homocystein unter Mitwirkung von Folsäure, Vitamin B6 und Methylgruppenspendern, wie Cholin (z.B. aus Sojalecithin), wieder in die wichtige Aminosäure Methionin umgewandelt. Wenn diese Umwandlung behindert ist, steigen die Homocysteinspiegel an.

In der Physicians Health Study wurde nun gefunden, daß bei den 271 Infarktpatienten (von 15.000 Ärzten) die mittleren Homocysteinspiegel im Blut signifikant höher waren als bei den Ärzten, die keinen Infarkt erlitten hatten. Aufgrund statistischer Hochrechnung verdreifachten die mittelgradig erhöhten Homocysteinspiegel das Infarktrisiko.

Aus der festgestellten Korrelation zwischen erhöhten Homocysteinspiegeln und Infarktrisiko läßt sich bisher keine Aussage über ursächliche Wirkungen des Homocysteins auf Arteriosklerose oder Thrombusentstehung ableiten - als "Wirkungsmechanismus".

Doch gibt die zentrale Stellung des Homocysteins in den Methylierungsreaktionen des Organismus praktisch wichtige Hinweise: Die Homocysteinspiegel steigen an, wenn Vitamin B6, Folsäure und/oder Methylgruppendonatoren wie Cholin (Sojalecithin) ungenügend vorhanden sind.

Die praktische Konsequenz ist: ausreichende Versorgung mit diesen Wirkstoffen. Beziehungen zwischen Vitamin B6-Mangel und der Koronarsklerose sind einigen Insidern schon lange bekannt. Vitamin B6 ist reichlich vorhanden in Hülsenfrüchten, vor allem Sojabohnen und Getreiden (besonders Gerste). Übrigens findet Vitamin B6 auch dankbare Anwendung bei vielen Nervenerkrankungen.

Der offiziell empfohlene Tagesbedarf für Vitamin B6 beträgt 1-2 mg, therapeutisch werden 50-100 mg pro Tag gegeben. Folsäure findet sich reichlich in allen grünen Gemüsen und den Hülsenfrüchten. Sie wird außerdem von der gesunden Darmflora gebildet. Übrigens sprechen auch einige Erkrankungen des Nerven- und blutbildenden Systems sowie Schwächezustände nach Infektionen oder Operationen gut auf Folsäure an. Der Tagesbedarf für Folsäure wird auf 1-2 mg geschätzt; therapeutisch werden 5 (- 10) mg gegeben.

Es bleibt noch das Sojalecithin als Methylgruppenspender zu nennen. Ohne verfügbare Methylgruppen bleiben die genannten Vitamine ineffektiv. Daran ist die Notwendigkeit der ausgewogenen Zufuhr der genannten essentiellen Substanzen für die optimale Gesundheit zu erkennen. Ideal scheint die tägliche Aufnahme von 1,5 - 4,5 g Sojalecithin - je nach individueller Belastung und Notwendigkeit.

 

 

Das himmlische Mahl

Ein reicher Mann starb und erwachte im Paradies. Eine reichgedeckte Tafel verhieß wahrhaft himmlische Freuden. Er fragte nach dem Preis der köstlichen Gerichte. "Alles kostet nur einen Pfennig", war die Antwort. Der Mann freute sich, denn er war sehr reich. Aber als er bezahlen wollte, schüttelte man den Kopf. "Bei uns gilt nur das Geld, das einer verschenkt hat" Da wurde der Mann traurig. Er war plötzlich bettelarm, denn er hatte nichts in seinem Leben verschenkt.

Nach einer alten Sage Asiens

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