Hüft-gelenkig bleiben
Prof. Hannelore Pilss-Samek,
Maria-Enzersdorf-Südstadt
Wie kommt es dazu, daß heute immer
mehr Menschen unter Beschwerden im Bereich der Hüftgelenke leiden, könnte
man dies sowohl durch Änderung im Verhalten als auch durch vernünftige
Gymnastik vermeiden?
Eines steht fest: Unsere Verhaltensweise mit andauerndem Sitzen
sowohl während der Berufszeit als auch nach Feierabend läßt die stützende
Hüftmuskulatur verkümmern. Es fehlt dann an jenem natürlichen und
andauernd wirkenden "Stützmieder" fürs Becken.
Nun treibt uns das Gewissen und viele Ermahnungen dazu, während
der Freizeit vermehrt Sport zu betreiben, denn der Körper hat ja
Nachholbedarf an Bewegung.
Leider wählen dann viele Sportarten, die wiederum vermehrt die Hüftgelenke
belasten, besonders dann, wenn man nicht mehr zwanzig ist und die
Gelenke im allgemeinen mit Vernunft geschult, trainiert jedoch nicht
überlastet werden dürfen.
Die medizinische Versorgung machte in letzter Zeit enorme
Fortschritte. Man kann nur staunen, wieviele Menschen bereits ein künstliches
Hüftgelenk statt einem geschädigten ersetzt erhielten.
Doch sollte man alles daran setzen, diese Ersatzlösung möglichst
lange zu vermeiden oder es gar nicht erst soweit kommen lassen.
Die Hauptschuld liegt gewiß im Bewegungsmangel, denn jene rund ums
Becken aufgebaute Muskelkraft erlahmt und bringt zudem noch weitere
Begleiterscheinungen mit sich!
Zwangsläufig wird die Hüfte nach einer Seite hin mehr belastet,
wenn die andere schmerzt, zwangsläufig sackt das Becken zu einer
Hohlkreuzhaltung, wenn die Muskulatur versagt, um es in der richtigen
Stellung zu fixieren.
Kreuzschmerzen, zusätzliche Belastung eines Hüftgelenks sind die
Folge, Schmerzempfinden bis hin zu Gehunfähigkeit.
Nach soviel Negativem nun eine Aufmunterung! Beginnen Sie lieber
heute als morgen mit einer gezielt wirksamen Gymnastik, die schon
vorbeugend das Schlimmste verhindert. Und trennen Sie sich vom Übergewicht,
denn einige Kilo mehr bedeuten eine zusätzliche Belastung für Ihre Hüftgelenke
und beeinträchtigen zudem Ihre Bewegungsfreude. Lauter gute
Empfehlungen, die man jederzeit verwirklichen kann. Es kommt nur auf
den guten Willen an und auf ein bißchen Selbstdisziplin.
Hier nun ein paar einfache gymnastische Bewegungsaufgaben!
Abb. 1:
1.) Auf einem sicher stehenden Stuhl sitzen, ein Bein
angewinkelt heben, beide Hände fassen unter den Oberschenkel. Und nun
das Bein langsam hochdrücken, wieder nachgeben. 10mal je Bein
wiederholen.
Abb. 2:
2) Dem Stuhl gegenüberstehen, beide Hände stützen auf die Rückenlehne,
einen Fuß auf die Sitzfläche stellen. Nun das Körpergewicht mal zum
einen, dann zurück zum anderen Bein verlagern, vor und zurück
bewegen, 10mal, dann Beinstellung wechseln, weiterüben.
Abb. 3:
3.) Hinter dem Stuhl stehend die Hände aufstützen. Ein Bein
gestreckt nach hinten heben, wieder zum anderen stellen, dann seitlich
heben, wieder senken. 4mal je Bein wiederholen, das Bein also sowohl rück-
als auch seitheben.
Abb. 4:
4.) Sitzen, die Beine langstrecken, beide Hände schräg hinten
aufstützen. Nun das linke Bein anwinkeln, das Knie nach außen möglichst
bis zum Boden senken, dabei auf der Sitzfläche mitrollen, Wieder zum
anderen vorstrecken.
Je Bein 6mal, dann auch abwechselnd üben.
Abb. 5:
5) Rückenlage, die Füße nahe zum Becken anstellen, die Arme
liegen neben dem Körper. Nun ein Knie heben, mit den Händen fassen
und zum Körper drücken, Kopf heben, ausatmen. Wieder senken,
einatmen.
Mit jedem Bein öfters wiederholen.
Abb. 6:
6.) Auf der linken Seite liegen, Beine strecken, rechte Hand vom
auf den Boden stützen. Nun das rechte Bein mit dem Knie nach oben
anwinkeln, in Richtung Schulter bringen, ausatmen.
Wieder zum anderen senken, einatmen. Schwungvoll hochwinkeln,
elastisch im Hüftbereich nachgeben. Je Bein 6mal wiederholen.
Fotos: pilss
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