Lipoprotein A: ein Meßwert für das Arteriosklerose-Risiko

Dr. med. Klaus Mohr


Neuerdings wird in der Medizinliteratur das Lipoprotein a, abgekürzt Lp(a), häufiger erwähnt.

Lipoproteine sind Anlagerungsverbindungen von Eiweißstoffen (Proteinen) mit Fetten (Lipiden), vor allem mit Cholesterin. Der Transport der Fett-Tröpfchen im Blut wird erst durch die Bindung zu Eiweiß möglich. Die Eiweißstoffe werden in der Leber gebildet. Bekannt sind vor allem die arteriosklerosefördernden LDL- und VLDL-Lipoproteine, sowie das überwiegend arterioskleroseschützende HDL-Lipoprotein.

Ein eigenständiger Risikofaktor ist das Lipoprotein a. Es findet sich überwiegend in der b 1-Fraktion der LDL-Partikel. Das Verhalten der LDL-Partikei wird vom Lp(a) beeinflußt und dazu - noch wichtiger - die Blutgerinnung: Lp (a) behindert die Fibrinolyse, d.h. die Wiederauflösung von winzigen Blutgerinnseln an den inneren Arterienwänden. Solche Mikrogerinnsel (Mikrothromben) entstehen immer wieder, begünstigt auch durch Fehlernährung und ungünstige Lebensweise (Bewegungsmangel, Rauchen). Die Fibrinolyse als körpereigener Reparaturmechanismus kann derartige Mikrogerinnsel wieder auflösen. Wenn allerdings die Lp(a)-Spiegel im Blut hoch sind, wird die Fibrinolyse - je nach Spiegelhöhe an Lp(a) - blockiert. Lebensfehler wirken sich dann besonders ungünstig aus.

Die Lp(a)-Konzentration ist genetisch determiniert: die Bildung bleibt lebenslang ziemlich unverändert und kann nach derzeitiger Kenntnis durch die Lebensführung (Ernährung, Bewegung) nicht beeinflußt werden. Deshalb gilt das Lp(a) als unabänderlicher, schicksalsgegebener Risikofaktor für die Entstehung von Arteriosklerose.

Als ungünstig werden Lp(a)-Konzentrationen über 0,3 g/l Blutserum eingeschätzt. Hohe LDL-Spiegel sind weniger bedenklich, wenn das Lp(a) niedrig ist. Umgekehrt können hohe Lp(a)-Spiegel Gefäßverschlüsse (z. B. der Herzkranzarterien) auch bei "normalen" LDL-Werten erklären.

Da sich die Lp(a)-Spiegel, genetisch bedingt, lebenslang kaum verändern, genügt deren Messung einmal im Leben, möglichst früh. Dann können nämlich beizeiten wichtige Konsequenzen gezogen werden, falls die Lp(a)-Spiegel erhöht gefunden wurden: Neben der Senkung der LDL-Konzentrationen auf Werte unter 130 mg/dl (möglichst diätetisch, durch Beschränkung des Fettanteils in der Nahrung auf 10% der Fettzufuhr, unter Verzicht auf alle tierischen Fette), möchte ich da ganz besonders die reichliche Versorgung mit den Vitaminen C (mindestens 0,5 g/Tag), E (200-400 E pro Tag) und Niacinamid (100 mg/Tag) empfehlen, sowie als Heilpflanze mit fibrinolytischer Wirksamkeit den Knoblauch (mindestens 3 g/Tag, bzw. Präparate mit entsprechendem Wirkstoffgehalt). Vom Niacin ("Vitamin B3"), das reichlich in Getreide enthalten ist, können evtl. (unter ärztlicher Kontrolle), höhere Dosen gegeben werden, falls die Lp(a)-Spiegel hoch sind.

Mit den genannten naturgemäßen Maßnahmen, kann auch dem "unveränderlichen" Risikofaktor Lp(a) ein großer Teil seiner Bedrohlichkeit genommen werden.

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