Neuerdings wird in der
Medizinliteratur das Lipoprotein a, abgekürzt Lp(a), häufiger erwähnt.
Lipoproteine sind Anlagerungsverbindungen von Eiweißstoffen
(Proteinen) mit Fetten (Lipiden), vor allem mit Cholesterin. Der
Transport der Fett-Tröpfchen im Blut wird erst durch die Bindung zu
Eiweiß möglich. Die Eiweißstoffe werden in der Leber gebildet.
Bekannt sind vor allem die arteriosklerosefördernden LDL- und
VLDL-Lipoproteine, sowie das überwiegend arterioskleroseschützende
HDL-Lipoprotein.
Ein eigenständiger Risikofaktor ist das Lipoprotein a. Es findet
sich überwiegend in der b 1-Fraktion der LDL-Partikel. Das Verhalten
der LDL-Partikei wird vom Lp(a) beeinflußt und dazu - noch wichtiger
- die Blutgerinnung: Lp (a) behindert die Fibrinolyse, d.h. die
Wiederauflösung von winzigen Blutgerinnseln an den inneren Arterienwänden.
Solche Mikrogerinnsel (Mikrothromben) entstehen immer wieder, begünstigt
auch durch Fehlernährung und ungünstige Lebensweise
(Bewegungsmangel, Rauchen). Die Fibrinolyse als körpereigener
Reparaturmechanismus kann derartige Mikrogerinnsel wieder auflösen.
Wenn allerdings die Lp(a)-Spiegel im Blut hoch sind, wird die
Fibrinolyse - je nach Spiegelhöhe an Lp(a) - blockiert. Lebensfehler
wirken sich dann besonders ungünstig aus.
Die Lp(a)-Konzentration ist genetisch determiniert: die Bildung
bleibt lebenslang ziemlich unverändert und kann nach derzeitiger
Kenntnis durch die Lebensführung (Ernährung, Bewegung) nicht
beeinflußt werden. Deshalb gilt das Lp(a) als unabänderlicher,
schicksalsgegebener Risikofaktor für die Entstehung von
Arteriosklerose.
Als ungünstig werden Lp(a)-Konzentrationen über 0,3 g/l Blutserum
eingeschätzt. Hohe LDL-Spiegel sind weniger bedenklich, wenn das Lp(a)
niedrig ist. Umgekehrt können hohe Lp(a)-Spiegel Gefäßverschlüsse
(z. B. der Herzkranzarterien) auch bei "normalen" LDL-Werten
erklären.
Da sich die Lp(a)-Spiegel, genetisch bedingt, lebenslang kaum verändern,
genügt deren Messung einmal im Leben, möglichst früh. Dann können
nämlich beizeiten wichtige Konsequenzen gezogen werden, falls die
Lp(a)-Spiegel erhöht gefunden wurden: Neben der Senkung der
LDL-Konzentrationen auf Werte unter 130 mg/dl (möglichst diätetisch,
durch Beschränkung des Fettanteils in der Nahrung auf 10% der
Fettzufuhr, unter Verzicht auf alle tierischen Fette), möchte ich da
ganz besonders die reichliche Versorgung mit den Vitaminen C
(mindestens 0,5 g/Tag), E (200-400 E pro Tag) und Niacinamid (100
mg/Tag) empfehlen, sowie als Heilpflanze mit fibrinolytischer
Wirksamkeit den Knoblauch (mindestens 3 g/Tag, bzw. Präparate mit
entsprechendem Wirkstoffgehalt). Vom Niacin ("Vitamin B3"),
das reichlich in Getreide enthalten ist, können evtl. (unter ärztlicher
Kontrolle), höhere Dosen gegeben werden, falls die Lp(a)-Spiegel hoch
sind.
Mit den genannten naturgemäßen Maßnahmen, kann auch dem
"unveränderlichen" Risikofaktor Lp(a) ein großer Teil
seiner Bedrohlichkeit genommen werden.