Der alte Knoblauch ist, mit neuen Methoden untersucht,
immer wieder für Überraschungen gut.
Die milde cholesterinsenkende Wirkung des Knoblauchs ist lange bekannt, ebenso die
Steigerung des schützenden HDL-Cholesterins. Inzwischen stehen die freien Radikale im
Zentrum der Arterioskleroseforschung. Freie Radikale (d.h. ungebundene, sehr bewegliche
und reaktionsfähige Moleküle) entstehen unvermeidlich aus Sauerstoff während der
Zellatmung. Diese Radikale reagieren mit Zellbestandteilen und sind offensichtlich an
deren Degeneration, also an Alterungsvorgängen beteiligt. Die selenbedürftige
Glutathionperoxidase sowie die Vitamine C und E wirken als Radikalenfänger: die
aufgefangenen Radikale werden inaktiviert und so entgiftet. Es entsteht wieder
"freundlicher" molekularer Sauerstoff aus ihnen.
Auch mit dem Cholesterin reagieren die freien Radikale in verhängnisvoller Weise. Das
LDL-Cholesterin wird von ihnen oxidiert. Erst dieses veränderte, oxidierte Cholesterin
wird von Makrophagen aufgenommen und in den Arterienwänden abgelagert. Die Ablagerungen
oxidierten Cholesterins regen Entzündungen in der Gefäßwand an, die schließlich zu
Faserbildung und geschwürigem Aufbrechen der Gefäßwand führt. So nimmt die
Arteriosklerose ihren Lauf.
Cholesterinsenkung alleine (auch durch Knoblauch) bleibt deshalb unvollständig. Zwar
wird das Substrat der Arterioskleroseentstehung vermindert, aber das allerdings schon
geminderte Risiko der Cholesterinperoxidation bleibt, wenn auch auf gesenktem Niveau.
Ein umfassender Arterioskleroseschutz sollte beide Ansatzpunkte beeinflussen. Kann der
Knoblauch neben der bereits bekannten günstigen Wirkung auf die Cholesterinspiegel auch
die Cholesterinoxidation lindern?
Er kann. Er wirkt da sogar doppelt:
1.) auf die Bildung freier Radikale hemmend
2.) auf radikalenfangende Enzyme aktivierend.
Folge: verminderte Radikalen-Aktivität.
Diese Laborbefunde konnten am "ganzen" Menschen bestätigt werden. Nach
Untersuchungen von Prof. W.S. Harris, Kansas City (USA) war das LDL-Cholesterin von
Personen, die Knoblauch genommen hatten, wesentlich widerstandsfähiger gegen Oxidation
als bei einer Vergleichsgruppe ohne Knoblauch.
Wie intensiv, mit immer fortschreitenden Methoden, der Knoblauch auch untersucht wird: der
gute alte Knoblauch erweist sich als wirksam. Immer wieder. Immer neu. Ein Beispiel
für die nachweisbare Heilkraft der Natur. Wir sollten sie achten und sinnvoll nutzen.