Vitamine nehmen eine eigenartige
Zwischenstellung zwischen Nahrungsstoffen und Heilmitteln ein.
In der offiziellen Medizin wird die Vitaminversorgung noch zu
einseitig als Verfahren zur Vermeidung von Mangelzuständen
betrachtet. Das ist eine sehr passive, krankheitsorientierte
Betrachtungsweise. Mit der gleichen Logik könnte man Infektionen als
Folge eines Mangels an Antibiotika ansehen oder Rheuma als
Aspirin-Mangel-Erkrankung. Aus natur- und gesundheitsorientierter
Sichtweise stellen sich die Zusammenhänge umfassender - und vielfach
nutzbringender - dar:
Arzneimittel werden aus dieser Sichtweise unterschieden, ob sie körpereigen
und - vertraut (also naturgemäß) - oder körperfremd (also
synthetisch) wirksam werden.
Bevorzugt von der Naturheilkunde werden, wenn immer möglich, die körpereigenen
bzw. körpervertrauten Heilmittel. Dazu gehört auch die dem
Organismus seit Jahrtausenden vertraute Nahrung des Menschen samt den
enthaltenen Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen.
Diese Sichtweise ist aktiv gesundheitsorientiert. Krankheiten
werden lieber mit der Förderung der gesunden Funktionen als durch
Unterdrückung der kranken Anteile behandelt.
Aus dieser Sichtweise gewinnt auch der Gebrauch von Vitarninen eine
bessere Bedeutung.
Über die (passive) Vermeidung von Mangelzuständen und Krankheiten
hinaus können Vitamine zur Förderung der Gesundheit weiteren Nutzen
finden. Diesem Nutzen und vernunftgemäßen Gebrauch steht allerdings
eine speziell erfundene Spielregel der orthodoxen industriegeprägten
Politik und Krankenkassenbürokratie inclusive der ihr ergebenen
Medizintheoretiker entgegen. Diese Regel genießt den Rang eines
Dogmas. Sie lautet (im selten öffentlich ausgesprochenen Klartext):
Was der "normalen" natürlichen Gesundheit dient, kann nicht
Arzneimittel sein. Die Konsequenz daraus: gesundheitsfördernde
Mittel, Vorbeugungsmittel werden nicht als Arzneimittel anerkannt.
Diese Anerkennung wird ihnen besonders dann versagt, wenn sie keine
Nebenwirkungen aufzuweisen haben. Das Dogma sagt: Was keine
Nebenwirkungen hat, wird auch keine (Haupt-)wirkung bringen. Die
enorme Zunahme der Zivilisationskrankheiten (Allergien, Depressionen,
Konzentrationsmangel, Immunstörungen) zwingt uns, nach wirklichen
Heilmitteln zu suchen. Diese Heilmittel dürften kaum unter den
synthetischen Mitteln der Industriegesellschaft (der Verursacherin),
sondern eher im Heilmittelschatz der Natur zu finden sein, die das
Leben trotz aller Belastungen noch immer unterhält. Die Arbeit der
Lebensreformbewegung beruht auf dem Konzept, Heilung mit Mitteln aus
der Natur zu finden. Die gesunde, vollwertige Nahrung ist Grundlage
dieses Konzeptes. Eine moderne Variante des Lebensreform-Konzeptes
stellt die orthomolekulare Medizin dar, angepaßt an aktuelle
Entwicklungen und Möglichkeiten. Sie arbeitet mit Vitaminen in
Dosierungen, die weit über den Gehalten der Zivilisationskost liegen.
Der zweifache Nobelpreisträger Prof. Linus Pauling definiert diese
neue Medizinrichtung so: "Orthomolekulare Medizin ist die
Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch
Veränderung der Konzentration von Substanzen im menschlichen Körper,
die normalerweise im Organismus vorhanden und für die Gesundheit
erforderlich sind." Wie sie sehen können, gehört L. Pauling,
inzwischen neunzigjährig, noch zu einer Generation von
Naturwissenschaftlern, die den Blick für die Natur noch nicht
verloren hatte.
Aus meiner persönlichen Arbeit kann ich sagen: Die Anwendung von
Vitaminen als Heilmittel möchte ich nicht missen. Dazu gehört auch
das Vitamin B15, die Pangamsäure. Dieser wasserlösliche
Faktor wurde 1951 von E.T. Krebs und Mitarbeitern in Aprikosenkernen,
Hefe und Reiskleie entdeckt. Pangamsäure findet sich außerdem in
Sojabohnen und Mais. Auch im Blut von vegetarisch lebenden Tieren
(Pferden und Rindern) konnte die Pangamsäure nachgewiesen werden.
Der offiziellen Medizin sind keine Pangamsäuremangelkrankheiten
bekannt. Deshalb wird diese Substanz nicht als Vitamin anerkannt. Die
Pangamsäure dient der Gesundheits- und Leistungsförderung, nicht dagegen
der Vermeidung von Mangelzuständen.
Russische Wissenschaftler stellten die sauerstoffsparende Wirkung
der Pangamsäure fest. Die Sauerstoffaufnahme in die Zellen wird
nach diesen Untersuchungen erleichtert.
Zudem ist die Pangamsäure aufgrund ihrer Eigenschaft als
Methylgruppenspender sehr leberfreundlich.
Ob die Pangamsäure als Vitamin bezeichnet wird oder nicht, ist
eher von akademischem Interesse. Feststeht: Wir können hier über
einen hochwirksamen Naturstoff verfügen, der nach allen Kenntnissen
keine wesentlichen Nebenwirkungen entfaltet, von dem auch keine
negativen Wechselwirkungen mit eventuell notwendigen weiteren
Medikamenten zu erwarten sind. Allein aus diesen Gründen ist (s.o.)
eine begeisterte Aufnahme seitens der offiziellen Medizin kaum zu
erwarten. Sie wären deshalb für die Anwendung dieser Substanz auf
Ihre Eigeninitiative angewiesen. Dabei würde ich die Anwendung der
Pangamsäure nicht als Ersatz für andere, spezifische Maßnahmen,
sondern als gesundheitsfördernde, unterstützende Möglichkeit empfehlen.
Persönlich schätze ich die Pangamsäure als unterstützende
Substanz für die Grundgesundheit bei Gefährdung durch:
- Leberkrankheiten (Fettleber, Belastung durch Medikamente,
Diabetes mellitus, nach Entzündungen oder Operationen)
- Störungen der Sauerstoffversorgung (Arteriosklerose, Angina
pectoris, bei Durchblutungsstörungen).
Die Anwendung der Pangamsäure ist nicht als spezifische Therapie
zu werten, sondern als Förderung der Grundgesundheit - auch und
gerade bei den genannten Erkrankungen. Da stellt sie eine zusätzliche
Chance und Möglichkeit dar.
Viele Wege führen zur Krankheit, andere Wege zur Gesundheit. Mit
fundierten, seriösen Informationen, mit einem guten Maß an
Eigeninitiative, unterstützt durch unbedenkliche Naturstoffe, können
Sie Ihr Gesundheitspotential verbessern. Damit können auch die
Ergebnisse spezifischer Therapien verbessert, die Risiken von
Nebenwirkungen vermindert werden.
Die Pangamsäure stellt in den genannten Bereichen einen Baustein
zur Gesundheitsförderung dar.
Der schwerste Kampf ist der gegen die rnenschliche Trägheit, die
unter der Maske der Nachgiebigkeit, Versöhnlichkeit und Milde das Böse
und Unwahre vertuscht und sich
dem Kampfe entziehen will.