Pilzinfektionen der Scheiden-Schleimhaut: Ganzheitliche Behandlung

Dr. med. W.E. Loeckle, Frankfurt


"Ich habe einen Pilz", so kommen schon sehr junge Frauen in die Ordination des Frauenarztes; "das juckt und brennt, nicht zum Aushalten ist das". Damit haben sie meist schon alles gesagt. Vielleicht noch ein bißchen Feuchtigkeit, Ausfluß, zuweilen Harnbrennen. Den Rest muß man erfragen, so man's nicht sieht: Die knappe Hose, die enge Unterkleidung aus nicht atmendem Kunststoff, die Einschnürung an Bauch und Oberschenkel, nicht nur bei Übergewichtigen: die wärmste Körperstelle im Schamdreieck "steht in Flammen" und ist geschwollen - was die Kleidungsreibung erhöht.

Und so man's nicht riecht: es wird geraucht. Oder der Muttermund, diese krebsgefährdete Stelle, signalisiert düstere Röte, fast bläuliche Stauung: ob von der "Pille"? Oder der Darmträgheit? Wie oft von beidem!

Häufig ist die Plage nicht neu, sondern schon wiederholt rückfällig "trotz bester Behandlung". Verlohnt nicht zu fragen, worin sie bestand, die "wissenschaftlich fundierte Therapie": selbstredend aus synthetisierten Chemikalien. Im landläufigen Kassenbetrieb erhielt man sündhaft teuer gebündelte Nebenwirkungspackungen zum Einführen, Einnehmen, Einreiben, für den Partner gleich mit - und fand sich mit dem Rückfall brav wieder ein. So werden täglich zahlreich "Scheine gemacht", Krankenscheine für Scheinheilung. Doch in der gehobenen Ordination beim Geheimrat war's nicht besser, derart "fortschrittlich" ist nun schon solcherlei "Wissenschaft".

Die Hörersprechstunde eines Radiosenders klärte mich auf. Blitzgescheite Fragen einer gut beschlagenen Redakteuse - war sie nicht selbst befallen? Gleichwürdige Antworten vom Fachmann. Ja, ob die Damen das denn nicht leidig seien? Gewiß, schon, aber es gäbe ja nichts anderes.

Nun kann man statt des Rundfunks das Denken einschalten, soweit gebührenfrei. Es geht ja auch hier alles. mit rechten Dingen zu. Wieso fühlen sich Hefepilze auf dieser Schleimhaut so gut versorgt und wohl? Ja, weil sie hier bestens verpflegt werden, ganz automatisch, vierundzwanzig Stunden am Tag. Woher? Aus den Schleimdrüsen der Schleimhaut dieser Körperhöhle. Wieso?

Ja, weil dieser Körper sein Blut und seine Lymphe, seine Körpersäfte insgesamt entlasten muß, um nicht schwerere, innere, chronische Leiden zu entwickeln; befreien muß von Ballast, Chemismus, Schadstoff, Abfall, daran er überquillt. Man sagt ja treffend Absonderung, Ausscheidung. So freilich überdüngt er ideales Zuzugsland für Pilze, Parasiten, Saprophyten vieler Arten; durch solches Mastfutter werden sie geradezu hereingelockt.

Weshalb aber Entlastung so und nicht mit der Hauptmüllabfuhr über den Darm? Ja, weil er bereits gestaut, überladen, verstopft ist: "einmal täglich" ist eben kärglicher als drei und mehr Mahlzeiten entspricht: Rhythmusverzug. Ja, und wieso nicht über die Nieren? Weil die schon überfordert sind: gehen doch vierzig Prozent jeden Herzschlages "erst mal" zu den Nieren. Weshalb aber nicht über die Atmung als Kohlendioxyd? Weil geraucht wird. Ja, tritt dann nicht die Haut stellvertretend ein? Sie ist bereits überfrachtet, ersichtlich, ruchbar.

Woher nun diese "Altlasten"-Schwemme? Blicken wir in den Wald: Der "hohe Kniebruch" wird zur Norm. Der Ätherleib der Erde, ihre rhythmische Lebensatmosphäre ist als ganze krank bis zum Ozonloch hinauf. Ja, geht das den Menschen weniger an? Und im Verkehrsstau? In den Großstadtschluchten? Im Schallaquarium "Disco"? Im Warenhaus? Im trauten Heim bei Mief von Wein und Bier und Schnaps hinter bestens abgedichteten Fenstern der Klima(!)anlage?

Kein Körper kann das alles "wegstecken", speichern, verdrängen - wohin eigentlich? -, schon gar nicht synthetisierte Chemikalien. Damit verfilzt, blockiert, lähmt er mehr und mehr Lebensregsamkeit und -kraft; seine eigentliche, eigene. Nur Loswerden, Ausscheiden kann ihn lebenstüchtig erhalten und gesund. Zumal er ja unablässig selbst "sein Blut in Wallung" versetzt, Emotionen erregt (von Lat. ex-movere, herausbewegen) und dadurch verstimmt.

Werden jetzt aber Ursprung und Folgen verwechselt, wie so häufig, werden fälschlich äußere, fremde "Erreger bekämpft", gar durch synthetisierte Chemikalien, so wird nachhaltig zuerst deren Trägerin, Wirtin, beschädigt, geschwächt. Erdenklich, wieso.

Das kompliziertere Lebewesen ist allemal empfindlicher, störanfälliger als das urtümlichere, primitivere. Der Wirt, die Patientin, Wird so durch ärztliche "Kunst und Wissenschaft" zum Anbieter für weitere, allenfalls andersartige Schmarotzer degradiert. Nur durch Steigerung der menschlichen Abwehrkraft, seines Immunsystems, kann er sie so erstarken, daß fälschlich sogenannte "Erreger" keinen Ansatzpunkt mehr finden, sondern zur Wirkungslosigkeit zurückfallen.

Was also kann geschehen mit solcher "fremdverwirklichten", daher kranken Frau gleich jetzt und hier? Zwei Schienen sind bewährt, die verläßlich helfen, ohne zu schaden:

  1. Örtliche Feuerwehr durch den Arzt,
  2. Selbstverwirklichung dieser Patientin von innen heraus: leiblich, funktionell und seelisch durch geistige Entfaltung, durch Einsicht, die dann auch realisiert wird.

(1) Lokaltherapie richtet freilich dort wenig aus, "wo man's spürt", im äußeren Bereich. Vielmehr sind die Fäden innen verwirrt, die Schienen verklebt, die Weichen verstellt. Dort müssen sie berichtigt werden. Das gelingt zunächst prompt in der übergeordneten Körperhöhle. Sie wird mit dem Spekulum entfaltet, gedehnt. Denn eingerichtet auf Kindskopfgröße, lebt sie normalerweise - außerhalb der Gebärphase – "viel-fältig zusammengelegt". Auf die "Entrümpelung" der so entstandenen Nischen und Falten kommt es entscheidend an. Leider ist das nicht selbst durchführbar, allein und eigenhändig. Der Tupfer des Arztes, ein Stückchen Zellstoff bewältigt das prompt.

Im Nu ist dann auch das "Gurgeln" erledigt, wie man es für die Mundhöhle spielend selbst vermag. Die gereizte Schleimhautoberfläche - Happeningfeld für Pilze und sonstige Zuwanderer - wird durch natürliche Milchsäure entsprechender Verdünnung erfrischt. Hernach wird als Arzneiträger ein Watte-Tampon eingebracht, der nach einigen Stunden selbst zu entfernen ist. Bewährt haben sich dafür vertraute Heilmittel aus der Homöopathie wie Calendula, Arnica, Echinacea und ähnliche.

Außerlich wird eine bekannte Brandsalbe aufgetragen, spurweise, wie man sie für landläufige Alltagsverbrennungen zur Hand hat. Deren pflanzliche Bildekräfte lindern sofort auch diesen "Brand". Selbst auftragen - in winzigen Mengen - dort und dann, wo und wenn noch etwas von Reizung zu spüren ist.

Diese verfliegen schleunigst bei zwei Eigenmaßnahmen, die zu Punkt (2) überleiten: Selbstverwirklichung.

Tragende Heilanwendung ist das Reibesitzbad (vgl. "rr" XII/92): ein souveränes Naturheilmittel, das kaum zu überbieten, noch zu ersetzen ist. Wer "billiger davonkommen" will, zahlt auf Dauer mehr Aufwand für weniger Nutzen.

Wichtigste Kleidungshygiene: frische Luft. Mehr Luftumwälzung an die wärmste Stelle des Körpers heranbringen. Oft empfahl sich altägyptische Kleidung für zu Haus: leichtes Frottiertuch um Leib und Lenden, per Wäscheklammer, und nichts darunter.

Was können wir von "so etwas" insgesamt lernen? Erstens, daß synthetisierte Chemikalien - ob sie nun "Heilmittel" heißen oder wie sonst uns immer schädigen oder doch belasten und schwächen, auch wenn wir das selber nicht so prompt merken, wie oftmals am Signal "Damenpilz" abzulesen ist; selbstredend auch dann, wenn wir die wirksamen Zusammenhänge nicht vor Augen haben oder nicht wahrhaben wollen.

Zweitens, daß Heilmaßnahmen und -mittel uns stets helfen können wie seit Jahrtausenden, zudem ohne "unerwünschte Nebenwirkungen" - so lange wir dafür (?) bezahlte Staatsdiener daran hindern, dieselben unter scheinwissenschaftlichen Begründungen vom Markt zu nehmen.

Vor allem kann daran zum "Aha-Erlebnis" werden, wie entscheidend, wie weittragend und wie wir selber das Steuer in der Hand haben für die Qualität unserer Gesundheitsabläufe. Wir müssen uns nur dergleichen immer erneut ins Bewußtsein rücken - wie wir ja auch unablässig erneut essen, trinken, atmen müssen:

a: Wer sich selber schädigt, kann sich nur eingeschränkt nützen. Fort also mit Zigaretten, Alkohol und Chemikalien; von sonstigen Süchten ganz zu schweigen.

b: Der Qualitäts-Pegel unserer inneren Beschaffenheit - unsere Körpersäfte Blut, Lymphe, Körpergrundflüssigkeit - entscheidet ausschlaggebend darüber, wie gesund wir sind und uns fühlen. Daran hängt es, ob wir "angesteckt" werden oder immun bleiben, nicht an dreizehn oder sechsundsechzig Pilzen, Bakterien, Viren, Saprophyten oder was man sich sonst noch "im Schwimmbad holt" - oder beim Partner?

c: Falls ich doch einmal "dran glauben muß", hängt der Krankheitsverlauf abermals weitestgehend daran, wie ich mit mir umgehe, beziehungsweise therapeutisch umgehen lasse. Das magische Wort "es muß sein", was eben der jeweilige Experte gerade vorhat, charakterisiert meist nur dessen Geschick, womit er seine schnellste Mark macht. Heilung erlangen wir aus der Ursprungswelt, aus der unsere Heilmittel stammen und unser eigenes Werden.

d: Am nächsten komme ich mir selber dort, wo ich meinen "Stimmungen" nachhänge und hingegeben bin. Oder wo ich eben andererseits dafür sorge, daß der "Bruder Innerlich" in die Hand genommen wird von meinen Vor-Stellungen. Diese meine Bewußtseins-Bildungen prägen meine WIRK-lichkeit; stimmen sie zusammen mit der kosmischen Realität?

e: Unmittelbar und ganz direkt studiere ich diese WIRK-lichkeit - die ganze und meine eigene - an dem WAS ich esse, WANN ich esse und WIE ich esse. Daran nämlich, wie mein Organismus in seinen Funktionen, in seinen Rhythmen darauf reagiert. Denn meine Lymphorgane als Träger meiner Immunität und Abwehrkraft wohnen zu 87% in den Schleimhäuten von Hals und Darm, als Mandeln und Blinddarm am bekanntesten geworden. Diese prägen Atemluft und Trank und Lebensmittel dort, wo sie zum Ich-Stoff werden sollen oder nicht werden: im Grenzbereich zwischen Schleimhaut und Blut.

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