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Schutz vor dem plötzlichen Herztod:
Präventive Maßnahmen sind
wichtiger als komplizierte Diagnostik
Dr. med. Klaus Mohr
Die Diagnostik in der Medizin wird immer aufwendiger, technischer und
genauer, liefert immer mehr krankhafte Befunde. Aufgrund ihrer Meßergebnisse
werden intensivere medikamentöse (und operative) Therapien durchgeführt.
Bisher haben sich deren Ergebnisse auf die Sterblichkeit der Gesamtbevölkerung
statistisch gesehen wenig ausgewirkt. Im Einzelfall kann allerdings
bei ganzheitlicher Betrachtung und Planung ein therapeutischer Nutzen
resultieren.
Inzwischen verfügen wir über ziemlich
differenzierte Kenntnisse der Wertigkeit von Herzkranzgefäßablagerungen
(Koronarsklerose): Grobe, verkalkte Ablagerungen bei älteren
Menschen, die allmählich (sozusagen naturgemäß) entstanden sind,
verursachen erstaunlicherweise weitaus seltener bedrohliche Ereignisse
als leichte Stenosen (Herzkranzgefäßverengungen) bei jüngeren
Menschen.
Das heißt: ein "schlimmer",
schwerer, diagnostischer Befund einer Herzkranzgefäßuntersuchung kann
für die Lebenserwartung günstiger sein als ein "unauffälliger"
oder geringfügiger Befund.
So ist z.B. ein normales Belastungs-EKG
keine Garantieurkunde gegen den plötzlichen Herztod. Damit wird erklärbar,
warum die moderne, aufwendige, technikgestützte Diagnostik zwar zur
Kostenexplosion in der Medizin geführt hat, aber nicht so sehr zu
einer erheblichen Steigerung der Lebenserwartung.
Die moderne technikgestützte
Diagnostik ist von Bedeutung für die Auswahl künstlicher
Therapiemethoden. Die alten "eingebauten" Selbstheilungskräfte
des Organismus werden von dieser Diagnostik kaum erfaßt. Für das
Lebensschicksal, für die Entscheidung über Krankheit oder Gesundheit
ist die Qualität und Stärke der Selbstheilungskräfte oftmals
entscheidend. Sie sind auch bei der arteriosklerotischen Herzkranzgefäßerkrankung
von großer Bedeutung. Wenn ein arterielles Blutgefäß verengt ist,
verfügt der Organismus über die Möglichkeit, Umgehungskreisläufe (Kollateralen)
zu bilden. Lange Zeit wurde die Möglichkeit der Kollateralenbildung für
den Herzmuskel bestritten, inzwischen wird sie anerkannt. Zu den
wichtigsten Faktoren für die Ausbildung von Umgehungskreisläufen
gehört die Zeit: je langsamer, allmählicher eine Verengung entstand,
um so besser kann der Organismus Kollateralen schaffen.
So entsteht die scheinbar paradoxe
Situation, daß neue und geringfügigere Stenosen gefährlicher sind
als ältere und höhergradige Einengungen.
Bestätigt wird diese Erfahrung durch
aktuelle Untersuchungen von Dr. Stephan Epstein und Mitarbeitern vom
National Heart, Lung and Blood Institute Bethesda (USA). Sie fanden
Verschlüsse der Herzkranzgefäße, die zum plötzlichen Herztod führten,
absolut häufiger bei Patienten mit leichten Verengungen der
Herzkranzgefäße. Die meisten dieser Patienten hatten im
Belastungs-EKG keinen auffälligen (krankhaften) Befund gehabt. Die
Autoren schließen daraus, daß Vorsorgeuntersuchungen wie das
Belastungs-EKG wenig geeignet seien, den plötzlichen Herztod zu
verhindern, sondern viel mehr präventive Maßnahmen.
Wie können solche zuvorkommende Maßnahmen
beschaffen sein? Zuallererst in der Anerkennung lebensgesetzlicher Abläufe
einschließlich der Selbstheilungskräfte. Zweifellos wird das
Auftreten von arteriosklerotischen Ablagerungen ganz allgemein um so
stärker, je länger ein Mensch lebt. Und: Je langsamer und stetiger
solche Ablagerungen entstehen, um so größer ist die Chance der
Selbstheilungskräfte im Organismus. Je gründlicher ein
Ablagerungsherd verkalken kann, um so geringer ist die Gefahr von
Komplikationen. So findet die Natur Lösungen für lebensgesetzliche
Probleme. Wenn allerdings arteriosklerotische Ablagerungen vorzeitig,
also bereits im jüngeren Alter auftreten, ist die Gefahr groß und
die Möglichkeiten der Selbstheilung begrenzt. Dann sind intensive,
auch künstliche Maßnahmen in Betracht zu ziehen. Vorzeitige
Arteriosklerose wird in hohem Maß durch das Zusammentreffen ungünstiger
(genetischer) Veranlagungen verursacht. Meistens sind aber
Lebensfehler in Ernährung, Seelenleben, Lebensordnung, Mangelzustände
oder Vergiftungen durch Schwermetalle oder Zigarettenrauchen die
Ursache vorzeitiger Arteriosklerose. Bei jüngeren Menschen schreitet
das Wachstum von arteriosklerotischen Ablagerungen weitaus schneller
fort als bei älteren. Daher können sich Kollateralen
(Umgehungskreisläufe) nicht rechtzeitig und ausreichend bilden.
Komplikationen sind relativ häufiger und schwerwiegender.
Das Umdenken und aktuelle Verständnis,
die Rückkehr zu naturorientierter Vernunft zeigt sich an
Feststellungen von Prof. Dr. F. Fabris (15. Weltkongreß der
Angiologen, Rom, 1989), der warnte, alte Menschen unangemessen
eingreifend zu untersuchen und zu behandeln. Nach seiner Erfahrung
sind Embolien oder abrupte Veränderungen der Gefäßwandablagerungen
bei alten Menschen wenig zu befürchten. Prof. Fabris sagte: "Sie
sind alt und mehr nicht, und sie brauchen keine exzessive invasive
Medizin."
All das bestätigt: Technische Diagnostik
und künstliche Therapie schafften nicht den ganz großen Durchbruch
zum Heilen (und auch nicht zur Vermeidung des vorzeitigen Herztodes),
zumindest nicht alleine, nicht ohne die Hellkräfte der Natur, nicht
ohne Beachtung von deren Lebensgesetzen.
Der Schwerpunkt der Bemühungen muß
daher im Bereich der Prävention liegen, in der Förderung der
Selbstheilungskräfte, in der Beachtung der Lebensgesetzlichkeiten -
sogar bei bereits eingetretener Erkrankung.
Hier liegt Verantwortung und Chance für
jede und jeden Einzelne(n), die Chance, das eigene Leben voll und möglichst
gesund auszuschöpfen.
Die Lebensform bietet ein konkretes
Konzept dafür - nicht allein zur Vermeidung vorzeitiger
Arteriosklerose: Abkehr von viel gesättigtem Fett, von Cholesterin
und isoliertem Zucker in der Nahrung, gleichzeitig Versorgung mit
lebensfördernden Mineralien (z.B. Magnesium und Calcium) und
Spurenelementen (z.B. Selen und Jod), und nicht zuletzt die
naturorientierte Lebensordnung, auch im Industriezeitalter. Lebensform
ist die Reform zum Leben, gegen den vorzeitigen Tod, mit konkreten,
zeitlos gültigen Konzepten, über aktuelle Moden hinaus.
Das wichtigste ist, zu wissen:
- Prävention ist möglich
- Gefährdet – durch Ruptur und
Thrombosierung – sind die weichen, fettreichen Plaques (=
fettspritzerartige Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen)
- Die kalk – und faserhaltigen
Ablagerungen sind weitaus gutartiger: Sie sind zwar verantwortlich
für die stabile Angina pectoris (die nur bei höhergradiger körperlicher
Belastung oder Erregung autritt), neigen aber kaum zur Ruptur und
zur Auslösung von Infarkten.
Die stabile Angina pectoris spricht
gut auf Nitrate an.
- Die Aufgabe besteht daher in der
Stabilisierung weicher Plaques durch
- Meidung aller gesättigten
tierischen Fette
- Bevorzugung von einfach ungesättigten
Fettsäuren (Olivenöl)
- Optimale Zufuhr von Antioxidantien:
Vitamin C und E, Flavonoiden, Selen
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