Soja-Eiweiß verbessert die
Blutfettwerte
Dr. med. Klaus Mohr,
Zwei Meldungen erregten die Gemüter
Die eine: der
"Rinderwahnsinn" (BSE), er beruht auf menschlichem Irrsinn,
nämliche der kannibalischen Rinderfütterung zum Zwecke billiger
Fleischproduktion. Die Angelegenheit ist in den Medien mehr als
breitgetreten worden, wir wollen dies, samt der Angst der Steakesser,
hier nicht weiter kommentieren. Der ungezügelte Fleischkonsum erzeugt
weitaus größere Schäden. Nur eine Anmerkung dazu: Millionen von
Rindern, drunter sicherlich viele gesunde, sollen getötet werden, um
eben diese Angst der Steakesser aus der Welt zu schaffen. Der Nutzen:
fragwürdig – bei enormer Qual der Tiere. Kosten: bis 45 Milliarden
DM EU-weit (einschließlich "Entsorgung") im "Dienste
der Gesundheit". Wer die erbitterten Maßnahmen zur Einsparung im
Gesundheitswesen kennt, oft um ärgerliche Kleinbeträge, ist
erstaunt: Wird jetzt wieder großes Geld für die Gesundheit
ausgegeben – und dann ausgerechnet für Massenschlachtungen? (Rinder-)Wahnsinn
oder menschlicher Irrsinn?
Soja-Eiweiß wäre eine prima
Alternative zum Rinderfleisch!
Die zweite Meldung:
Den Sojabohnen wird ein Paranuß-Gen
eingepflanzt (moderne Gentechnologie) – wiederum zum Zwecke
rationellerer und billigerer Erzeugung. Erste schwere Notfälle an
Menschen mit Erdnußallergien (häufig Kreuzreaktionen) und weltweiter
Protest führten inzwischen zum Stopp dieser Experimente. Ohnehin
hatten die Hersteller von Reformhausprodukten garantiert, daß
gentechnologisch manipulierte Sojapflanzen nicht verwendet werden.
Amerikanische Farmer, in Verbindung mit
einem Chemiekonzern, erschwerten diese Garantie, indem sie kleinere
oder größere Mengen gentechnologisch veränderter Sojabohnen auch
unter die ursprünglichen Bohnen mischten. Eine absolute
Reinheitsgarantie ist daher zur Zeit kaum möglich. Vom bestmöglichen
Wollen und Handeln der Reformwarenhersteller bin ich überzeugt.
Aus ethischen und medizinischen Gründen
möchte ich auch solch einem Produkt jedenfalls den Vorzug vor
Rindfleisch geben.
Die dritte Meldung, über die ich hier
berichten möchte, fand in der Presse und den Medien
bezeichnenderweise kaum Wahrnehmung: Das Eiweiß aus der Sojabohne
senkt die Gesamtcholesterin- (um 22%) und die Triglyzeridspiegel im
Blut (um 23 %). Dabei stiegen die günstigen, schützenden HDL-Spiegel
sogar noch an (um 2 %). Dies hat eine Metaanalyse von 38 klinischen
Studien ergeben (i. W. Anderson et al., New Engl. Journal of Medicine
333/1995, S. 276).
Damit brauchen sich die Sojaproteine -
noch dazu ohne wesentliche Nebenwirkunen außer sehr seltenen
Allergien, durchaus vor modernen Medikamenten nicht zu verstecken.
In den Studien war ein breites Spektrum
Von unterschiedlichen Sojaprodukten verwendet worden: Tofu, Sojamehl,
Sojamilch und Sojaprodukte als Fleischersatz. Daher dürfte die
Wirksamkeit, die in den Studien nachgewiesen wurde, tatsächlich auf
das Soja-Eiweiß zurückzuführen sein. Erstaunlicherweise war in den
Studien die Zufuhr von Gesamtfett, Cholesterin, gesättigten Fettsäuren
und Kalorien gegenüber den Kontrollgruppen kaum verändert. Auch dies
spricht für die primäre Wirksamkeit des Sojaproteins - die durch
andere Naturstoffe, zum Beispiel die Ballaststoffe, noch ergänzt
werden kann. In anderen Studien waren günstige, schützende Wirkungen
der Sojabohnen vor Brust- und Prostatakrebs gefunden worden.
Damit ist die Sojabohne ein außerordentlich
wichtiges gesundheitsförderndes Basis-Nahrungsmittel. In der
Vergangenheit haben dubiose Anbaumethoden für den Großmarkt zu Recht
für Unruhe gesorgt. Dies ist wiederum ein Argument für
Reformhausprodukte mit der kontrollierten Herkunft aus ökologischem
Anbau. Allemal kann die Sojabohne als konsequente Nahrungsbasis vielen
Tieren Not und vorzeitigen Tod ersparen. Wiederum bewahrheitet sich
hier die alte Weisheit: Wie oben, so unten. Denn die Alternative Soja
statt Fleisch kann offensichtlich dazu beitragen, manchen Herzinfarkt,
manchen Schlaganfall und manche Krebserkrankung zu vermeiden.
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