Azimo im Test

Das Unternehmen

Azimo
Banken berechnen für Überweisungen ins Ausland hohe Gebühren und oft wird ein Wechselkur, der für den Kunden eher suboptimal ist, verwendet. Wer nur mal eben schnell Weihnachtsgeld an die beste Freundin aus Neuseeland schicken will, ärgert sich maßlos. Denn die Gebühren betragen fast mehr als der eigentliche Geldbetrag.  Genau dieses Defizit hat sich ein britisches StartUp namens Azimo zu Nutzen gemacht. Das Unternehmen wurde knapp vor einem Jahr in London gestartet. Man setzt eine Verknüpfung zwischen Social-Media und herkömmlichen Geldtransferangebote mit Social-Media-Diensten und bietet den Service des Geldtransfers in 125 Länder weltweit an. Noch kennt der Großteil der Deutschen die britische Firma nicht, doch das soll sich bald ändern. Azimo plant große K oonkurrenten wie WesternUnion  oder Paypal den den Rang abzulaufen und allgemein den Bekanntheitsgrad zu steigern. Reform-Rundschau hat das Fintech-Unternehmen in folgenden fünf Punkten unter die Lupe genommen.

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Das Angebot

  • Geldtransfer in 125 Länder weltweit
  • 3 einfache Schritte zur Zahlung
  • 100% Geld –zurück-Garantie
  • Auch von unterwegs benutzbar

Azimo wirbt auf seiner Homepage mit den Leitmotiven Sicherheit, Mobilität und Schnelligkeit. Für den Kunden soll es in drei einfachen Schritten möglich sein, den Geldtransfer in die Wege zu leiten: Empfänger erstellen, Betrag eingeben, Bestätigen und Zahlen. Außerdem wird garantiert, dass man auf geprüfte Sicherheitstechnologie setzt und der Kunde die Möglichkeit der  Geld-zurück-Garantie hat. Gerade für unser Zeitalter ist natürlich auch wichtig, dass die Ortsgebundenheit wegfällt. Und so kann Azimo von überall ausgeführt werden, ob mit dem Smartphone oder Tablet, über Facebook oder mobile Apps.

Das Konzept

Rund 30.000 Nutzer sind bei Azimo mittlerweile registriert. Egal über welchen Vermittlungsweg, Azimo hat das Konzept, dass der Empfänger das  gesendete Geld entweder direkt auf einem mobilen Endgerät als digitales Guthaben verwenden kann vom herkömmlichen Bankkonto abhebt.  Für jede Transaktion wird eine Gebühr zwischen ein und zwei Prozent erhoben. Damit liegt Azimo eindeutig unter dem Durchschnitt. Doch Stichproben haben ergeben, dass die direkten Aufwendungen wirklich niedriger sind als bei anderen, dafür aber am Ende weniger Geld ankommt, sobald der Kurs sinkt. Somit sind auch die Geldtransaktionen bei Azimo den Kursschwankungen unterlegen.  In Punkto Sicherheit handhabt Azimo folgendes Konzept: Sie beobachten die Facebook-Profile der Kunden. Betrüger sollen demnach ermittelt werden können, anhand der Überprüfung der Konto-Details wie zum Beispiel der Freundesanzahl. An sich ein gutes Konzept, nur stellt sich die Frage, die Facebook-Methode wirklich ausreicht. Was wäre zum Beispiel, wenn potentielle Betrüger einfach ein fremdes Konto hacken? Erkennt das die Software auch?

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Der Vorgang im Test

Um die Geldtransaktion mit Azimo ausführen zu können, muss man sich ein Benutzerkonto anlegen. Nur dann können Überweisungen getätigt werden. Praktisch ist, dass man auch einfach mit einem anderen Account bekannter Social Media Plattformen. So erspart man sich noch eine weitere Registrierung vornehmen zu müssen.  In das Programm Einloggen geht wirklich schnell. In unserem Test funktionierte es mit allen herkömmlichen Technik-Geräten wie  PC, Notebook, Tablet und Smartphone beziehungsweise iPhone. Für das Mobilgerät wird allerdings noch eine App benötigt, die sich jedoch schnell installieren lässt. Nach erfolgreicher Registrierung kann der Kunde sofort einen Geldtransfer beginnen. Azimo kann hier mit einem Gebührenrechner punkten. So hat man noch vor Bestätigung der Überweisung im Blick, wie viel man tatsächlich zahlen muss. Potentielle Gebühren werden ebenso angezeigt wie die Endsumme, die beim Empfänger ankommt. Entscheidet man sich für die Transaktion muss nur noch angegeben werden, an welches Konto man das Geld überweisen möchte (möglich sind ein Bankkonto, eine Privatadresse oder ein CashUp-Point) und auf welchem Weg der zu zahlende Betrag abgebucht werden soll. Am Ende erhält der Kunde wie es allgemein üblich ist eine Bestätigungsmail.

Die Kosten

Die Frage ist nun, ob sich der Service von Azimo auch kostentechnisch wirklich lohnt. Angenommen man würde auf herkömmlichem Wege in das Ausland überweisen. Dann teilen die Banken, die daran teilhaben, die Gebühren auf im Zuge der sogenannten Share-Überweisung. Allerdings ist es gar nicht so leicht, herauszufinden, wie viele Kosten wirklich auf einen zukommen. Bei einer Bank in Deutschland findet man meist ein Leistungsverzeichnis zur Information. Die Auflistungen ausländischer Banken können oftmals deutlich schwieriger zu finden sein. Genau hier bietet Azimo den Vorteil, dass die Firma über mehrere Konten in verschiedenen Ländern verfügt, sodass das Geld nicht zwischen zwei Banken vermittelt werden muss. So können zusätzliche Gebühren eingedämmt werden. Auch hier muss eine Überweisung durch Azimo auf das Auslandskonto erfolgen, doch da es nicht von einer Privatperson durchgeführt wird, können deutlich bessere Konditionen ermöglicht werden dank der Firmengröße. Der Kunde hat also die Option, bereits ab einem Geldwert von 1€ eine Transaktion durchführen zu lassen. Auf den ersten Blick erscheint Azimo also wirklich preisgünstiger als die großen Anbieter. Doch Vorsicht ist beim Wechselkurs geboten. Hier können durch den Wechsel der Währung nicht sofort offensichtliche Nachteile entstehen. Denn der Wechselkurs, dem die Firma Azimo genauso unterliegt wie herkömmliche Banken, hat in der Regel einen viel niedrigeren Wert als der „Interbank-Wechselkurs”, der online einsehbar ist. Dieser kann nur beim Handel zwischen Banken genutzt werden und nicht für den Austausch zwischen Privatpersonen. Azimo unterliegt auch diesem schwankenden Wechselkurs, allerdings sind nach wie vor die Bankgebühren niedriger, sodass man dennoch an der These, das Start-up sei im Durchschnit günstiger als andere festhalten kann.

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Die Zielgruppe

Azimo richtet sich mit seinem Angebot gezielt an Auswanderer, Gastarbeiter, Erasmus-Studenten, Montagetechniker oder auch Pensionäre, eben alle, die regelmäßig beziehungsweise längerfristig Auslandaufenthalte tätigen oder Kontakte dort haben. Schließlich will man möglichst ohne hohe Gebühren Geld in die Heimat oder ins Gastland senden. Besonders über Facebook halten viele Menschen Kontakt mit ihren Freunden oder Verwandten. Das Konzept von Azimo die Geldtransaktion mit der Social-Media-Plattform zu verknüpfen macht dementsprechend Sinn.

Das Fazit

  • Wirklich einfache Handhabung
  • Mobilität
  • Preisgünstiger als die großen Anbieter Bankgebühren
  • Aber: auf Währungswechsel achten, Verlustgefahr möglich

Das Fintech-Unternehmen Azimo kann seine Leitmotive  Komfort, Mobilität, Transparenz und niedrige Kosten weitgehend einhalten. Die Bedienung ist einfach und man hat noch vor Überweisung die Möglichkeit sich die Kosten berechnen zu lassen. Somit wird die versprochene Transparenz eingehalten. Drei einfache Schritte werden angeworben, die auch in der Praxis für jedermann gut durchführbar und nicht zeitaufwändig sind. Praktisch ist auch die Bedienung mobil über das Smartphone. Bei den Kosten sind die Bankgebühren definitiv niedriger durch die Vernetzung der Azimo-Systeme. Doch bei den Wechselkursen ist Vorsicht geboten: Hier lässt sich genau das gleiche Schema wie bei anderen Anbietern feststellen. Ein weiterer Punkt, der etwas kritisch erscheint, ist die zunehmende Vernetzung mit sozialen Medien. Durch Azimo könnte Facebook an Daten von Nutzern gelangen und sich diese Informationen zu Nutze machen für Werbekunden.