Easyfolio im Test

Das Unternehmen


Unternehmen wie Vaamo oder Easyfolio geben alle ein Versprechen: professionelle Vermögensverwaltung zum kleinen Preis und das für jeden. Banken müssen sich wappnen, denn Fin-Tech-Firmen nehmen nach und nach die Kunden ein. Der Grund ist, dass man hier im Internet leichter bequemeren Zugriff hat und börsengehandelte Indexfonds, kurz ETFs, angeboten werden, die deutlich günstiger als Investmentfons sind, die von Managern geleitet werden. Es wird also eine grobe Anlageberatung anhand des Chance-Risiko-Profils des Interessenten und die dazu passenden Anlageprodukte angeboten. Außerdem kann man sich teure Mietkosten für Filialen so einsparen, was sich natürlich auch auf die Kundenpreise auswirkt. Seit April 2014 wird das Münchner Fin-Tech-Unternehmen Easyfolio von Extravest GmbH angeboten. Easyfolio ist auch als ETF-Fachverlag für das monatlich erscheinende „Extra-Magazin“ sowie deren Website, welche sich seit 2008 mit dem Thema Exchange Traded Funds auseinandersetzt, zu verstehen. Was können Kunden erwarten? Zunächst Testfragen, mit dessen Angaben das Anlegerprofil des Kunden erstellt wird. Daraufhin werden die ETFs zu Portfolios entsprechend dem Kundenprofil zusammengestellt. Grundgedanke von Easyfolio ist, dass man Anlagestrategien für jedermann anbietet auf eine Art und Weise, die für alle verständlich und nachvollziehbar ist, egal wie unerfahren man ist.

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Das Angebot

Dafür steht das Fin-Tech- Unternehmen easyfolio:

  • Einfach
  • Günstig
  • Transparent
  • Sicher
  • Flexibel

Im Angebot enthalten sind drei Anlagestrategien – easyfolio 30, easyfolio 50 und easyfolio 70. Der Kunde entscheidet je nach persönlicher Risikoeinschätzung. Alle drei investieren nämlich mit unterschiedlichen in einen Korb aus Aktien und Anleihen, der die Weltwirtschaft abbildet. Transparenz wird als höchstes Gut versprochen.

Das Konzept

In anderen Ländern wie den USA heißen Firmen mit  automatisierten Anlagestrategien im Programm „Robo-Advisors“, also „Robo-Berater“. Die Bezeichnung „Berater“ ist allerdings leicht falsch zu verstehen, denn eine aktive Beratung gibt es nicht. Der Kunde bekommt lediglich verschiedene Bausteine angeboten, aus denen man sich, je nach persönlichen Vorstellungen wie Sparziel oder Risikoneigung, das Wunschportfolio zusammenstellen kann. Dieses gilt dann als Basis der  Geldanlage. Gefüllt wird das Wunschportfolio durch eine Einmalzahlung und/oder einen Sparplan. Allgemeiner gefasst ist es wie bei anderen Firmen auch bei Easyfolio folgendes Schema: verschiedene ETFs werden zu einem Dachfonds verknüpft und dann als Angebot geschalten.  Eine Besonderheit bei dem Konzept von easyfolio ist, dass es nicht zwingend notwendig ist, ein Extra-Depot bei einer Partnerbank zu eröffnen. Insgesamt gibt es drei verschiedene ETF-Dachfonds, deren Unterschied nur in der Verteilung der enthaltenen Aktien und Anleihen besteht. Man zielt mit dem Einsatz von Exchange Traded Funds, kurz ETFs,  auf einen passiven Investmentansatz. Um den passenden Fonds für den Kunden ermitteln zu können, setzt die Firma auf einen Online-Fragebogen, der das so genannte Investmentlevel für die Auswahl des geeigneten Fonds herausbekommen soll.

In den einzelnen easyfolios sind Aktien-ETFs sowie Anleihe-ETFs enthalten. Je nach Risikoprofil gibt es easyfolios in drei Ausprägungen:

  • easyfolio 30
  • easyfolio 50
  • easyfolio 70

Mit einem sogenannten Rebalancing wird die prozentuale Verteilung vom Beginn der einzelnen Fonds wieder hergestellt und das Depot im Gleichgewicht gehalten. Hierfür sind feste Zeitpunke vorgsehen bei easyfolio: Vier Mal pro Jahr, am dritten Freitag der Monate Januar, April, Juli und Oktober. Dann werden die, in den easyfolios enthaltenen, ETFs zu – beziehungsweise abgekauft.

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Der Ablauf im Test

Generell sieht die Firma easyfolio folgenden Ablauf vor: Investmentlevel ermitteln, passenden easyfolio wählen, Partnerbank aussuchen. Wir testen, ob es wirklich so einfach geht. Zunächst muss der Online-Fragebogen ausgefüllt werden. Diesen erreicht man durch Klick auf die Option „Ausführlicher Anlegertest“ und war leicht zu finden, Die Website wirkt auf den ersten Blick übersichtlich und strukturiert, sodass man nicht lange suchen muss. Nun wird der passende easyfolio ermittelt. Insgesamt 10 Fragen zur Lebenssituation, Finanzlage, Risikobereitschaft und zum Zeithorizont berechnen das individuelle Investmentlevel, welches dann aussagekräftig für den Fonds ist. Allerdings gibt die Firma an, dass dieser Wert nur als Orientierung gilt und keine Anlageberatung ersetzt. Wir geben in unserem Test ein beliebiges Alter an sowie eine fiktive Lebenssituation an. Den gewünschten Sparbetrag und die Zeitdauer muss man auch noch angeben. Wir versuchen uns an die goldene Mitte zu halte und wählen einen Sparbetrag von 10.000 Euro mit einer Dauer von rund fünf bis zehn Jahren. Auch die Fragen zur Risikobereitschaft versuchen wir möglichst allgemein zu beantworten. Heraus kommt schließlich ein Portfolio, welches sich auf die Risikoneigung und den Indexfonds bezieht. Eine kluge Taktik von Easyfolio, denn letztere zeigen lediglich die Kursentwicklung von Indizes wie DAX, Dow Jones und anderen an – und das für einen winzigen Part der Kosten der aktiv verwalteten Fonds. Letztlich erwirbt man die Produkte dann bei Banken, die mit easyfolio kooperieren. Im letzten Schritt bekommt der Kunde nämlich eine Auswahl angezeigt, bei welchen Online-Brokern bzw. Direktbanken das vorgeschlagene easyfolio geordert werden kann. Anschließend gibt es eine direkte Weiterleitung Ordermaske des Brokers.  Somit agiert die Firma lediglich als Vermittler. Neuen Start-Ups gibt niemand direkt finanzielle Hilfe. Positiv aufgefallen im Test ist uns, dass es zu jedem easyfolio-Fonds prägnante Produktbeschreibungen, die leicht verständlich das Wichtigste auf den Punkt bringen. Mithilfe von Charts und Grafiken werden die Sachverhalte dargestellt, was auch zur Nutzerfreundlichkeit beiträgt. Im Test ist uns außerdem aufgefallen, dass es noch einen Mitgliederbereich gibt. Der Kunde könnte sich hier optional noch Werbeunterlagen, Publikationen und weitere Fondsdaten downloaden. Auch das trägt zur Transparenz und Kundensicherheit bei wie wir finden. Auch ein Musterportfolio kann erstellt werden. Negativ aufgefallen sind uns teilweise viele Dopplungen von Fonds. Warum braucht man je zwei Fonds auf den MSCI Europe sowie den Standard & Poor‘s 500 und zwei Fonds, die den Bereich europäische Staatsanleihen abdecken? Kurzläufer mit einer Dauer von 1 bis 3 Jahren werden so unser Meinung nach etwas übergewichtet.

Die Kosten

Zu den Kosten gibt es bei Easyfolio nicht viel zu sagen. Die Easyfolio-Fonds berechnen eine Gesamtkostenquote (TER) von 0,735 % pro Jahr, die in den Fonds enthaltenen ETFs betragen im Schnitt einen Betrag von 0,25 %. Die laufenden Kosten befinden sich also bei unter 1 % pro Jahr.

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Die Zielgruppe

Die Firma selbst gibt an, sich an Anleger zu richten, die sich bereits auskennen und eine passive, breit gestreute Anlagestrategie im Sinn haben. Um den Plan umzusetzen, hilft dann easyfolio. Wir finden, die Angebote richten sich vor allem an Kunden, die die Geldanlageentscheidung aufgrund fehlenden Kenntnissen oder knapper Zeit nicht alleine umsetzen wollen, aber andererseits kein Vertrauen in Banken oder Vermittler hegen oder schlichtweg lieber am PC an so etwas arbeiten. Auch die Gebühren bestätigen das, denn diese liegen im gewöhnlichen Feld zwischen der Kategorie Selbstentscheider und der herkömmlichen Beratung in der Filiale.

Das Fazit

  • Kauf über eigenen Online-Broker möglich.
  • Übersichtlich und klar strukturierte Website.
  • Gute und weitreichende Informationen zu den Produkten im easyfolio-Blog.

Positiv aufgefallen ist uns die übersichtliche Darstellung der Website, die Transparenz der Konditionen und den ausführlichen Fragebogen. Negativ zu beurteilen ist allerdings, dass es für schlecht informierte Kunden kaum nachvollziehbar ist, warum nun welcher Fonds vorgeschlagen wurde. Ein gewisser Kenntnisstand wird vorausgesetzt, der die Zielgruppe einschränkt. Insgesamt kann easyfolio im Test befriedigend abschneiden.