Fairr im Test

Das Unternehmen Fairr

Riester Fonssparplan
Fairr.de wurde im November 2013 von Jens Jennissen, Ambros Gleißner und Alexander Kihm gegründet. Auf der Website kann man online einen Riester-Vertrag abschließen und profitiert laut dem Unternehmen von kostengünstigen ETFs sowie staatlichen Zulagen und Steuervorteilen. Allerdings ist das Fintech-Startup selbst keine Bank, sondern hat noch einen Partner: Die Sutor Bank. Die seit 1921 bestehende Privatbank legt dann für die Kunden über dessen Vermögensverwaltung den Riester-Sparplan an. Fairr wirbt mit dem Slogan mit den „wahrscheinlich niedrigsten Gebühren aller fondsbasierten Riester-Renten Deutschlands“. Die Frage ist, ob sich dieser Leitsatz in der Realität wirklich bewahrheitet und ob es sich lohnt bei Fairr einen Riester-Sparplan anlegen zu lassen. Reform-Rundschau hat für euch ein Resümee gezogen.

Das Angebot

Es gibt vier Angebote:

Fairriester : Riester-Rente

Fairrrürup: Rürup-Rente

Fairreflex: Vermögenssparplan

Fairrbav: Betriebliche Altersvorsorge

Wir haben uns mit dem Fairriester genauer befasst. Dieser ist ein vom Staat geförderter FondsSparplan, die Mindestlaufzeit umfasst zwölf Jahre. Fairr wirbt mit einem kostengünstigen ETF-Portfolio, Steuervorteilen und dem Verzicht auf eine Abschlussprovision. Verwaltet wird der Farriester von der hanseatischen Sutor-Bank. Wichtig zu wissen ist, dass er in erster Linie börsen­gehandelte Indexfonds (ETF) und Aktienfonds des US-Anbieters Dimensional beinhaltet. Die Sutor Bank garantiert den Erhalt der Bruttobeiträge zu Beginn der Auszahlungsphase. Für Riester-Wechsler gibt es außerdem die Möglichkeit anfallende Gebühren des bisherigen Anbieters (maximal 150 Euro) übernehmen zu lassen.

Konzept

Folgendes Konzept findet man bei Fairr

  • Bescheid geben, wann Eintritt in die Rente erfolgen soll
  • Je nach Alter berechnet sich die Laufzeit des Riester-Vertrags
  • Bei Fairr sind 12 Jahre Mindestlaufzeit vorgeschrieben
  • Die Laufzeit gilt als Basis für den Umschichtungsplan

Was das Konzept von Fairrriester unserer Meinung nach noch ausmacht, ist, dass  es zunächst einen höheren Aktienanteil hat und später dann nach und nach in risikoärmere Anleihenfonds umgeschichtet. Damit die Firma sich überhaupt den Begriff „Riester“ verwenden darf, muss sie sich nach eindeutigen Regeln vom Gesetzgeber richten. In Abhängigkeit von der Restlaufzeit, können 23 unterschiedliche Fondsportfolios angeboten werden. Momentan misst der maximale Aktienanteil knapp 83 Prozent. Danach wird er in den nächsten Jahren nach und nach gesunken. Nachteil ist, dass  dies, auch wenn es am Aktienmarkt grad eine Glückssträhne gibt, so abläuft.  Unter Beobachtung steht das durch die Sutor Bank, die gegebenfalls kleinere Anpassungen bei Auswahl des Fonds oder der Struktur der vornimmt. Positiv hervorzuheben ist eindeutig auch die Transparenz des Unternehmens. Seinen aktuellen Stand kann der Anleger problemlos unter sutorbank.de/fairriesterfonds erfahren und potentielle Gebühren werden von Beginn an offen dargelegt. Somit gewinnt Fairr Vertrauen durch Offenlegung. Ausgezahlt wird das Produkt von Fairr zusammen mit der Rente, so wie es üblich ist.

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Kosten

Zunächst sei gesagt: Die Undurchsichtigkeit der Konkurrenten erschwert den Vergleich der Preise und erlaubt kein definites Urteil über die Kosten.  Uns erscheint der Sparplan von Fairr als eine der preiswertesten Optionen für das Investieren mit der Riester-Förderung in Fonds. In der Ansparphase erfolgt eine Verringerung der um etwa 1 Prozent aufgrund der Kosten. Im Vergleich ist das weniger als bei anderen. Wenn man verschiedene Riester-Fondssparplänen genauer in Augenschein nimmt, fällt auf, dass bei Fairr die Kostenbelastung einen niedrigeren Wert beträgt als bei anderen, vor allem den fondsgebundenen Riester-Versicherungen. Was viele Kunden an den herkömmlichen Instituten stört, nämlich die Bezahlung der Mitarbeiter am Ende, wird bei Fairr anders geregelt. Keine Abschlussprovision gilt. Dafür wolle man in der Zukunft noch mehr unabhängige Berater einstellen, vom Kunden als Honorarberater für ihren Dienst entlohnt werden unabhängig vom Produkt. Außerdem kritisieren viele, man würde zu Beginn der Ansparphase viel um sein eigenes Vermögen betrogen. Lobenswert an Fairr ist, dass die Zahlung der Verdienste auf den gesamten Zeitraum der Kundenbeziehung gesetzt wird. Gefordert wird unter anderem eine Maximalgebühr von jährlich 0,75% für Abschluss & Vertrieb.

Zielgruppe

Nun stellt sich die Frage, für wen Fairr mit seinen Produkten eigentlich geeignet ist.  Das Unternehmen selbst wirbt, dass ihre Angebote genau das Richtige für Riester-Wechsler seien, die sich schon ein bisschen auskennen und genau wissen, welche neuen Konditionen sie wollen. Wir sind der Meinung, dass Fairr sich natürlich in erster Linie an online-affine Menschen richtet, die kein Vertrauen mehr haben in verkaufsgesteuerte Gespräche zur Beratung von altbekannten Instituten. Außerdem ist ganz klar zu erkennen, dass sich Fairr mit seinem Sparplan an ein junges Publikum richtet, welches auf längere Zeit Geld beseite legen und ein Vermögen aufbauen möchte. Schon das moderne Design und das vertrauliche Du sprechen dafür, dass die Zielgruppe eher aus einem jungen Publikum besteht. Der Riester an sich ist zudem für alle Menschen mit geringem Finanzwissen und wenig Zeit eine geeignete Möglichkeit. Besser, als sich gar nicht um die Altersvorsorge zu kümmern und das Angesparte vorher auszugeben.

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Das Fazit

Schon das vertrauliche Du und modern gehaltene Design lassen vermuten, dass die Zielgruppe eher aus einem jungen Publikum besteht or allem für Menschen mit weniger Finanzwissen und Zeit ist das Riestern eine gute Möglichkeit – denn die Alternative wäre, dass gar keine Altersvorsorge betrieben wird und das gesparte Geld verkonsumiert wird.

Nachdem wir das Angebot, das Konzept des Hauptprodukts Fairriester untersucht haben und uns darüber hinaus mit den Kosten und der Zielgruppe befasst haben, können wir folgendes Urteil fällen.  er Anleger bekommt also in jedem Fall wenigstens das Geld wieder, das er über uns angelegt hat. Seit der neuen Fintechs im Finanzsektor kommt man an der Digitalisierung nur schwer vorbei. Praktisch für Menschen, die sich mittlerweile lieber online alle Informationen einholen und alles überprüfen lassen. Was uns an Fairr  missfallen hat, sind die vergleichsweise hohen Gesamtkosten zu Beginn des Fondssparplans sowie die jährliche Umschichtung, die nicht nach persönlichem Interesse, sondern nach strengen Regelvorgaben der Bank erfolgen muss. Auch zweifelhaft ist, dass das Unternehmen für Präzision und Planbarkeit wirbt. Genau diese zwei Leitmotive gibt es so aber gar nicht an den Kapitalmärkten. Die Geldanlage erfolgt ohne Sicherungskonzept. Langfristig wird auf sicherer umgeschichtet, aber wenn es kurzfristig an der Börse „knallt“, gibt es keine eingebauten Sicherungsautomatismen und

Gut finden wir, dass der Sparplan auf längere Sicht deutlich geringer wird von den Kosten und bessere Aussichten bieten, als andere Produkte der Konkurrenz. Der Kunde bekommt eine übersichtliche Darstellung und transparente Informationen ohne tausende an Fußnoten geboten. Wer sich noch nicht mit der Riester-Rente beschäftigt, dies aber vorhat, wird mit Fairr gut beraten sein. Idealerweise sind es aber die Kunden, die wechseln wollen und konkrete Vorstellungen mitbringen. Die Kostenübernahme von Wechselgebühren erfolgt problemlos. Es empfiehlt sich allerdings den alten Vertrag nochmal genau zu lesen und dann zu überlegen, wie  viele Kosten bereits entstanden sind.  und ob sich ein Wechsel noch lohnt – denn die hohen Kosten entstehen bei den Anderen meist in den ersten Jahren.