Friendsurance im Test

Das Unternehmen

friendsurance.de
Versicherungen für alle anbieten und das zu günstigen und fairen Konditionen. Das Fin-Tech Start-Up mit derzeit über 50 Mitarbeitern hat sich genau dieses Konzept zum Leitsatz gemacht.  Als unabhängige Versicherungs-Plattform, die 2010 in Berlin gegründet worden ist, bieten sie ein innovatives Versicherungsmodell an: Zusammenschließen von kleineren Online-Gruppen, die sich für große Versicherungsziele zusammen tun und kleine Beiträge leisten. Warum? Damit Versicherungen für alle zugänglich gemacht werden können, es sich also mehr Menschen leisten können.  Außerdem gibt es bei Friendsurance Makler, die mit den großen Versicherungsunternehmen kooperieren und das Ziel anstreben, dass die Kunden von Friendsurance bei gleicher Leistung Beiträge zurückbekommen. Im Schnitt seien es ca. 50% laut Kundenmeinungen.  Das Konzept klingt interessant, wir wollen testen, ob der Leitsatz wirklich aufgeht oder nur ein leeres Versprechen beinhaltet.

Das Angebot

Das wird bei Friendsurance geboten:

  • Jährlich bis zu 40% der gezahlten Beiträge zurückbekommen
  • Einfache Online Verwaltung
  • Kostenfrei und persönlicher Account
  • Schäden bequem rund um die Uhr melden
  • Ohne Zusatzkosten bei neuen Versicherungen

 

Das Konzept

Der Grundgedanke, der das Konzept von Friendsurance beschreibt liegt in dem Verfahren, was vor hunderten von Jahren Menschen in kleinen Gruppen wie Familien oder Dorfgemeinschaften gemacht haben: Im Falle von Schadensfällen unterstützte man sich gegenseitig. Friendsurance schließt genau hier an und hat es sich zum Leitfaden gemacht, Versicherungen für alle fairer und günstiger zu machen. Die Kundenakquise erfolgt über Belohnung bei Schadensfreiheit. Im Prinzip ist das Modell recht einfach: Versicherte verbünden sich als registrierte Kunden online mit Gleichgesinnten zu Gruppen. Jeder muss Beiträge zahlen, die teilweise in einen Topf gelangen. Sofern niemand einen Schadensfall meldet, wird für alle ein Bonus wieder ausbezahlt. Falls ein kleiner Schaden ensteht, werden die Kosten aus dem Topf gezahlt. Falls das Budget nicht reicht, hilft Friendsurance aus. Jeder Kunde soll nach diesen Überlegungen also abgesichert sein und nicht mehr finanzielle Mittel aufwenden müssen als zuvor. Auch setzt das Unternehmen auf eine bequeme und einfache Anwendung, die jeder User mit seinem persönlichen Konto online verwalten kann.

Der Ablauf im Test

Erste Schritte bei Friendsurance sind folgende:

  • Profil anlegen
  • Kontakt mit Makler aufnehmen
  • Tarifrechner bedienen und Paket zusammenstellen
  • Netzwerk aufbauen

Soweit so gut, doch wie läuft es wirklich ab? Wir haben es getestet. Zunächst muss man seine Versicherungsdaten übermitteln und ein Profil anlegen. Schade, dass man sich nicht wie es mittlerweile fast überall möglich ist, per Google oder Facebook-Konto anmelden. Dann sucht man die Versicherungen aus, für die der sogenannte  Schadensfrei-Bonus gewünscht wird. Über einen Tarif­Rechner kann man als Kunde einen passenden Vertrag aussuchen. Leider fällt uns während unseres Tests auf, dass hier gewisse Voreinstellungen gegeben sind, die lückenhaft sind. Denn würde man nichts daran ändern, so hätte der empfohlene Versicherungsschutz erhebliche Lücken. Zunächst werden auch nur eine kleine Anzahl an Tarifen angezeigt und zwar diejenigen, die über die sogenannte Freund-Option laufen. Erst wenn man kein Häckchen bei der Option „Nur Tarife mit Rückzahlungs-Option anzeigen“ setzt, bekommt man alle möglichen angezeigt. Was uns negativ auffällt.

Die Freund-Option ist nicht unbedingt günstiger, wie es im Werbeversprechen gesagt wird. Denn es gibt ein paar Tarife ohne „Freundemodell“, die deutlich preiswerter ausfallen. Sobald der Makler-Auftrag in die Wege geleitet wird, braucht das Unternehmen die Versicherungsscheinnummer, um eine individuelle Prüfung durchführen zu können. Sobald etwas unklar ist, kann man seinen Makler persönlich am Telefon erreichen und das zu gewöhnlichen Geschäftszeiten. Auch per Mail ist möglich. Das ist schon mal ein Pluspunkt, den nicht jedes Unternehmen antwortet so schnell auf Fragen. Sobald der Auftrag abgegeben worden ist, schicken die Makler ein auf den Kunden optimiertes Angebot. Hier werden der erforderliche Tarif, der Leistungsumfang und der Preis festgehalten. Falls man sich für das Freunde-Modell entscheidet, muss man übrigens darauf achten, dass ein Netzwerk nur aus Kunden mit ähnlichen Versicherungen bestehen kann, also ebenfalls eine Haft­pflicht-, Hausrat oder eine Rechts­schutz­versicherung. Dieses ist monatlich kündbar.

Wie ist es nun, wenn Schäden aufkommen? Zunächst testen wir einen kleinen Schaden, dieser kann wie versprochen, durch Beiträge aus dem Topf beglichen werden. Nun ist ein großer Unfall an der Reihe. Es springt eine Ausfallversicherung ein, weil der Topf leer ist. Diese muss man allerdings zuvor abschließen bei der Aufnahme und dafür zahlen. Sie kostet zwei Euro bei Hausrat- und vier Euro bei Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherungen. Es ist also nicht alles kostenlos.

Die Kosten

Je nach Tarif und gewünschtem Versicherungsmodell gibt es folgende Preise:

ab 1,34 €/mtl. (Haftpflicht)

ab 1,75 €/mtl. (Hausrat)

ab 8,35 €/mtl. (Rechtsschutz)

ab 1,99 €/mtl. (Handy)

Nicht vergessen werden dürfen die Zusatzoptionen wie die Ausfallversicherung ab 2€ mtl..

Die Zielgruppe

Friendsurance ist für online-affine Netzwerker geeignet, die ihren „Freunden“ Vertrauen schenken können und sich einen speziellen Versicherungsschutz alleine nicht leisten können. Altersgrenzen gibt es nicht, außer der allgemeinen ab 18 Regulierung.

Das Fazit

Ein Netzwerk online aufzubauen, um sich so bei geringen Versicherungsschäden aushelfen zu können ist eine gute Idee finden wir. Möglicherweise kann somit tatsächlich der Versicherungsschutz für jedermann zugänglich gemacht werden. Allerdings fällt das Spar-Potential eher gering aus. Denn 50% des Mitgliederbeitrags bekommt man nur unter speziellen Gegebenheiten. Möglichst viele Freunde zu haben im Netzwerk wirkt sich positiv auf das Spar-Potential aus, allerdings hat man dadurch auch ein höheres finanzielles Risiko.  Denn niemand überprüft den Schaden, es wird lediglich gemeldet und dann das Guthaben der Freunde belastet. Man sollte sein Netzwerk also aus „Freunden“ aufbauen, denen man Vertrauen schenken kann. Schließlich hört Freundschaft bei Geld meistens auf. Positiv bewerten können wir die optimale und persönliche Kundenbetreuung und die übersichtliche Darstellung der Website. Negativ im Test aufgefallen sind und jedoch die Unstimmigkeiten beim Tarifrechner. Außerdem sind nicht alle Tarife mit „Freund-Option“ automatisch günstiger. Wir hatten bei unserem Test auch einige entdeckt, die preiswerter waren ohne dem Netzwerk-Modell beizutreten. So muss man sich als User zunächst genau informieren über die einzelnen Möglichkeiten und nicht einfach die Voreinstellungen übernehmen. Insgesamt können wir Friendsurance als ausreichend bewerten. Wer ein Netzwerk aus bekannten Freunden aufbauen kann ohne Vertrauensbruch und gut genug informiert ist, um wirklich den günstigsten Tarif heraus zu filtern, der sei mit dem Fin-Tech Start Up aus Berlin gut bedient. Für andere ist die Anwendung eher risikoreich als Geld sparend.