NUMBER26 im Test 

Das Unternehmen

Vor kurzem wurde das erste Girokonto konzipiert, welches ausschließlich für das Smartphone generiert worden ist. Herausgebracht hat es das Berliner FinTech-Unternehmen Number26, am dem auch  der Axel-Springer-Konzern Teilhaber ist. Der Kunde soll in weniger als acht Minuten direkt vom Gerät ein vollwertiges Girokonto eröffnen können mit zahlreichen Features. Und das sogar kostenlos. Smarte Features wie die wöchentliche Anzeige bezüglich der Ausgaben, die man sich noch in verschiedene Kategorien sortieren lassen kann („Freizeit“, „Gesundheit“ oder „Essen&Trinken“) gehören ebenso dazu, wie die Möglichkeit der Barausbezahlung in über 6000 teilnehmenden Shops in Deutschland.  Ein gute Strategie, denn das eigene Girokonto ist ein wichtiges Zahlungsmittel für die Deutschen, über das die meisten Transaktionen verlaufen., was jedoch in der Vergangenheit wenig Innovationen erfahren hat. Das Ziel von Number26: Europas modernstes Girokonto werden. Wir nehmen das Konzept von Number25 mal genauer unter die Lupe.

Das Angebot

Number26 bietet seinen Kunden folgende Leistungen:

  • Ein vollwertiges Girokonto bei der Wirecard Bank
  • Sicherheit gemäß dem deutschen Standart
  • Keine Gebühren
  • Dispokredit
  • Überziehungsrahmen bis zu 2.000 Euro
  • Banking und Geldabheben von überall
  • Übersichtliche Informationen und Statistiken über den Kontoverlauf

Es wird damit geworben, dass es Europas modernstes Girokonto ist. Weltweit gebührenfrei bezahlen und abheben ist genauso möglich wie die Barauszahlung in über 6000 Shops in Deutschland.

Das Konzept

Eins vorne weg:  Number26 ist keine Bank, sondern nur das Frontend der Wirecard-Bank, bei der der Kunde auch ein Konto eröffnet. Denn das Start-Up verfügt noch nicht über eine eigene Banklizenz. Das Start-up setzt auf die Wirecard Bank, die Mitglied im Einlagensicherungsfonds der privaten Banken ist.Nach der Anmeldung wird alles Weitere über das Smartphone gesteuert. Man bekommt eine Kreditkarte zugesendet, mit der man ganz normal bezahlen kann, wie es bei anderen Banken üblich ist. Auch das Geldabheben ist weltweit möglich und unkompliziert.  Der Clou von Number26: Mit seinem Smartphone die Ausgaben easy kontrollieren können. Es werden nämlich nach jedem getätigten Einkauf Push-Nachrichten versendet und der User hat die Möglichkeit sich eine Liste von den bisherigen Ausgaben anzeigen zu lassen. Über die Standort-Funktion kann zum Beispiel der Supermarkt geortet werden und mit einer Kategorie versehen werden. So hat man einen besseren Überblick über seine Ausgaben. Auch das Geld versenden an Fremde oder Bekannte ist möglich mit Number26. Um bis zu 100 Euro an Freunde zu übermitteln, ist es ausreichend, die Person aus der eigenen Kontaktliste auszusuchen und den Betrag zu wählen. Number26 wirbt mit seiner Einfachheit für Kunden, so muss man bei Überweisungen weder TAN-Listen noch TAN-Generatoren verwenden, weil nur mit dem registrierten Smartphone Transaktionen freigegeben werden können. Ein Code ist ausreichend. Bislang wurde noch einiges am Konzept von Number26 bemängelt, allerdings konnte das Unternehmen schon einige Kritikpunkte aufholen, wie zum Beispiel der fehlende Dispokredit. Auch bekommen Kunden nun auch eine Ec-Karte, denn nicht überall ist die Kreditkarte zugelassen.

Der Ablauf im Test

Ein Konto zu eröffnen, geht innerhalb weniger Minuten, denn man verwendet die Echtzeit-Identifizierung mit IDnow statt einem länger andauernden PostIdent-Verfahren. Wenige Tage später bekommt man dann schon per Post seine neue Kredit- beziehungsweise EC-Karte zugesendet. Um das Konto freizuschalten, ist ein Invite-Code beigelegt. Während eines Videogesprächs mit einem Mitarbeiter vom Callcenter, werde ich aufgefordert meinen Reisepass in die Kamera halten, damit man mich authentifizieren kann. Es dauert nicht mal zehn Minuten  und unser Konto ist freigeschalten. Für die schnelle und unkomplizierte Anmeldung kassiert Number26 einen Pluspunkt. Nicht vergessen darf man allerdings, dass Number26 noch keine eigene Banklizenz besitzt. Deswegen wird das Geld bei Wirecard in München angelegt. Doch für den alltäglichen Gebrauch ist das nicht weiter störend.  Nun muss man die App auf seinem Smartphone installieren, welche mit einem klaren, strukturierten Design aufwerten kann. Gut finden, wir dass hier nicht mit zu viel Spielereien überladen worden ist, sondern man sich auf das Wesentliche konzentriert hat. Schließlich ist die App, der Mittelpunkt des Angebots und sollte schon überzeugen von Anfang an.  Während unseres Test gehen wir einen Tag lang shoppen. Über die getätigten Einkäufe wird man sofort per Push-Benachrichtigung informiert, danach kann man sich diese ähnlich wie in einem Facebook-Stream ansehen.  Hier 50,99 Euro bei Aldi, dort 19,95 Euro für Kette bei H&M. Das Tolle ist, dass dank der GPRS Funktion der Standort sofort aktiviert werden kann, sodass die Einkäufe gleich in verschiedene Kategorien unterteilt werden. Man hat also den perfekten Überblick, was man für Shopping, was für Lebensmittel und so weiter ausgegeben hat. Normalerweise hat man nach einem Shoppingtag eher eine Fülle an Kassenbons, die man durchgehen müsste, wenn man am Ende berechnen will, was man wo gelassen hat. Doch mit der App ist das zeitsparender und strukturierter. Hier kann Number26 ganz klar punkten. Bisherige Rezensionen bemängelten, dass man nur eine Kreditkarte bekommt, mit der man nicht überall bezahlen kann. Doch nachdem das Unternehmen gewisse Kritikpunkte verbessert hat, kann auch hier kein Punktabzug gegeben werden. Denn die Ec-Karte funktioniert einwandfrei und lässt sich auch wirklich wie versprochen überall nutzen. Zuletzt testen wir noch das Geld versenden an Freunde. Hierzu wählt man die Funktion „Money Beam“. Sofern der Zielkontakt auch Number26-Kunde ist, wird der Betrag direkt überwiesen. Nicht-Kunden bekommen eine SMS mit einem Link, bei dem sie ihre Kontodaten angeben. Wenn man Geld abheben möchte, muss man jedoch seien aktuellen Kontostand stets im Blick haben. Denn ähnlich wie eine Prepaid-Karte beim Handy ist irgendwann das Guthaben leer.   Das internationale Abheben konnten wir in unserem Test nicht berücksichtigen. Laut aktueller Umfragen, sei es aber wohl zufriedenstellend, da es sogar kostenlos ist. Insgesamt kann Number26 in unserem Test sehr gut abschneiden. Wer mit seinem Smartphone vertraut ist und den Kontostand stets überprüfen möchte, ist sicherlich gut bedient.

 

Die Kosten

Das Konto bei der Wirecard Bank ist tatsächlich kostenlos. Egal ob Abbuchungen, Daueraufträge,  oder Überweisungen, die Kontoführung sowie die Nutzung der App und des Online Bankings sind ebenso kostenlos. Sogar im Ausland werden weder Fremdwechselgebühren, noch Servicegebühren berechnet.

Die Zielgruppe

Number26 richtet sich eher an eine jüngere Zielgruppe, die technik-orientiert ist und Wert auf schnelle und einfache Bedienung legt.

Das Fazit

  • Kostenlose Benutzung
  • Weltweites Abheben möglich
  • Hilfreiche App für Organisationsmuffel
  • Leichte Bedienung

Das Smartphone für finanzielle Angelegenheiten zu nutzen ist innovativ und zeitgemäß. Schließlich benutzen wir es tagtäglich, genauso wie unser Girokonto. Durch die Verbindung schafft  Number26 eine schnelle und strukturierte Informationsmöglichkeit und eine moderne Bedienung für Kunden. Dadurch, dass erste kritisierte Mängel wie die fehlende EC-Karte ausgebessert wurden, können wir nichts beanstanden. In unserem Test lief alles reibungslos und die App ist tatsächlich hilfreich, um seine Ausgaben im Überblick zu behalten. Das Einzige was vielleicht nerven könnte, ist die Prepaid-Funktion. Hier muss man rechtzeitig aufladen, um finanzielle Engpässe zu vermeiden. Insgesamt kann Number26 sehr gut abschneiden.