Symptome von Lähmungen, Krampfanfällen, Schwindel, Verwirrtheit oder Hirnschäden: Einige Patienten mit Covid 19 mit schweren Verläufen haben auch neurologische Symptome. Geruchs- und Geschmacksstörungen sind auch ein Symptom, das bei Patienten mit einem milderen Verlauf beobachtet wird. Warum und wie eine Coronavirus-Infektion das Nervensystem schädigt, ist bisher nicht klar.

Ein Team von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Charité-Universitätsmedizin Berlin hat nun eine mögliche Erklärung gefunden. Einige Antikörper, die Gehirnzellen angreifen, können mit neurologischen Symptomen verbunden sein. Das Explosive daran: Die Forscher wollten auch einen Impfstoff mit einigen dieser Antikörper entwickeln.

Antikörper können bei der Impfung helfen, binden aber auch an Nerven

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Antikörper sind ein wichtiger Bestandteil des körpereigenen Immunsystems. Sie werden vom Körper gebildet, wenn er mit Viren oder Bakterien in Kontakt kommt, und ihre Aufgabe ist es, Infektionen zu bekämpfen. Im Blut zirkulierende Antikörper binden an Krankheitserreger, um sie unschädlich zu machen. Dieser Effekt wird bei sogenannten passiven Impfungen genutzt. Die Idee, die die Forscher verfolgen: Antikörper, die sonst nur im Blut von Genesenden vorkommen, werden unter Laborbedingungen künstlich hergestellt und dann kritisch kranken Patienten oder vorbeugend verabreicht. Dies könnte vor Infektionen schützen und den Krankheitsverlauf verringern.

Forscher des DZNE und der Charité versuchen derzeit, einen solchen Impfstoff zu entwickeln. Zu diesem Zweck hatten sie fast 600 verschiedene Arten von Antikörpern aus dem Blutplasma von Covid 19-Patienten erhalten. Diese wurden in Tierversuchen an Hamstern getestet. Mit den Antikörpern, die am besten gegen das Virus zu wirken schienen, führten die Wissenschaftler weitere Tests durch – um Nebenwirkungen auszuschließen. Es wurde festgestellt, dass vier der 18 gut wirksamen Antikörper nicht nur an das Virus, sondern auch an Nervengewebe im Gehirn binden. Einige haben sich auch mit Geweben in Lunge, Herz, Nieren oder Darm verbunden. Im lebenden Organismus würde dies einen Angriff des Immunsystems auf diese Organe – und auf das Gehirn – auslösen.

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Binden die Antikörper an das körpereigene Gewebe?

Mit ihrer Studie fanden die Wissenschaftler eine mögliche Erklärung für neurologische Komplikationen bei Patienten mit Covid-19. Wenn die vom Patienten selbst produzierten Antikörper an Gehirnzellen binden und Immunzellen Gehirnstrukturen angreifen, könnte ein Zusammenhang mit neurologischen Symptomen bestehen. “Aber wir müssen noch prüfen, ob die Antikörper tatsächlich diesen Effekt haben”, sagt Jakob Kreye, einer der beteiligten Forscher.

Die Untersuchung von Antikörpern hat jedoch nicht nur möglicherweise wichtige wissenschaftliche Informationen geliefert, sondern auch die Risiken von Impfstoffen und auf Antikörpern basierenden Arzneimitteln aufgezeigt. Wenn solche Antikörper, die an das körpereigene Gewebe binden, in hohen Konzentrationen verabreicht werden, kann dies schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen. “Die Bindung von Antikörpern an körpereigene Zellen kann tatsächlich eine Nebenwirkung sein”, sagt Jakob Kreye. In der Charité wurden die Antikörper daher frühzeitig auf mögliche Nebenwirkungen untersucht. Aus Antikörpern, die an körpereigene Gewebe binden, sollte keine passive Impfung entwickelt werden.

Wie? ‘Oder’ Was das Studium der DZNE und der Charity zeigt, dass viele Immunantworten des Körpers auf eine Koronainfektion noch nicht gut untersucht wurden. Es gibt jedoch viele Hinweise darauf, dass übermäßige und fehlgeleitete Reaktionen der körpereigenen Abwehrkräfte zu schwerwiegenden Entwicklungen führen – die untersuchten Antikörper sind nur ein Beispiel. Bei der Entwicklung von Impfstoffen, die eine Immunantwort auslösen oder nachahmen, kann dies das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen.

Aus diesem Grund sollten Impfstoffentwickler auf der ganzen Welt besondere Vorsicht walten lassen. Aber das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Bei der Entwicklung von Corona-Impfstoffen wurden Tierversuche manchmal übersehen, weil die Hersteller so in Eile waren.

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