PCR-Tests sagen nicht viel über das Infektionsrisiko aus. Bild: Schlussstein

Corona-Test: Was sagt der Ct-Wert über das Infektionsrisiko aus?

Nicht alle mit Korona infizierten Menschen infizieren andere. Experten diskutieren seit Monaten, warum dies der Fall ist. Die Viruskonzentration könnte eine entscheidende Rolle spielen – und dies wird durch den Ct-Wert angezeigt.

Melanie Weiner / t-online

Der PCR-Test gilt als Standardverfahren bei der Koronapandemie. Es wird landesweit verwendet, um Menschen auf das Corona-Virus zu testen. Sein großer Vorteil: Es ist sehr empfindlich. Dies bedeutet, dass bei korrekter Probenahme fast jeder Infizierte erkannt wird.

Gleichzeitig könnte die hohe Empfindlichkeit aber auch zu einem positiven Testergebnis führen, obwohl die Koronainfektion so weit fortgeschritten ist, dass sich im Körper der betroffenen Person kaum ein Virus befindet. Der PCR-Test erkennt nicht nur lebende Viruspartikel, sondern auch virale RNA. Und wenn die Viruskonzentration niedrig ist, ist auch das Infektionsrisiko gering. Zusamenfassend: Diejenigen, die positiv auf Corona testen, müssen nicht ansteckend sein.

>>> Alle Neuigkeiten zum Corona-Virus im Live-Ticker.

Experten wie der Virologe Christian Drosten schlagen vor, einen bestimmten charakteristischen Wert des PCR-Tests zu verwenden, um die Infektiosität einer infizierten Person abzuschätzen: den Ct-Wert. Nach dem aktuellen Kenntnisstand ist die Messung jedoch nur bis zu einem gewissen Grad geeignet begrenzt.

So funktionieren PCR-Tests: Die PCR-Methode basiert auf dem genetischen Material des Virus, der RNA. Zu diesem Zweck wird einer getesteten Person genetisches Material entnommen, das normalerweise durch einen Abstrich in Mund, Nase oder Rachen gewonnen wird. Wenn jemand mit SARS-CoV-2 infiziert ist, befindet sich das genetische Material des Virus in der Probe. Diese RNA-Moleküle werden in einem chemischen Prozess isoliert und unter Verwendung einer Polymerasekettenreaktion repliziert.

READ  Weltraum / NASA: Asteroid "Bennu" auf dem Weg zur Erde - komplizierter Rettungsplan läuft

Was bedeutet Ct?

Der Ct-Wert (“Zyklusschwelle”) kann einen Hinweis darauf geben, wie viel Virus ein Patient trägt. Es wird vom Labor gesammelt und gibt die Anzahl der Runden an, die die PCR-Methode anwenden muss, bevor das Virus nachgewiesen werden kann. Je weniger Viren vorhanden sind, desto mehr Zyklen dauert es, bis das genetische Material so angereichert ist, dass es zum Nachweis von Viren verwendet werden kann.

  • Wenn der Ct-Wert niedrig ist, bedeutet dies, dass die Probe eine hohe Viruslast aufweist.
  • Wenn der Ct-Wert hoch ist, bedeutet dies, dass die Viruskonzentration in der untersuchten Probe im Allgemeinen niedriger ist.

Im Prinzip kann anhand des Ct-Werts abgelesen werden, wie hoch die Koronaviruslast im Hals war, aus dem die Probe stammte. Laut Laborärzten weisen Ct-Werte über 30 auf eine niedrige Viruskonzentration und Ct-Werte über 35 auf eine sehr niedrige Viruskonzentration hin. Mit diesen Werten ist ein Patient höchstwahrscheinlich nicht mehr ansteckend. Denn laut Robert Koch-Institut kann in Labortests kein Virus aus Proben mit einem Ct-Wert von mehr als 30 reproduziert werden.

Was ist die wahre Bedeutung des Ct-Werts?

Es gibt jedoch immer mehr Stimmen, bei denen der Ct-Wert nur teilweise signifikant ist, da ein hoher Ct-Wert nicht immer bedeutet, dass der Patient eine geringe Viruslast im Hals hat. Da die gemessene Viruskonzentration auch von der Probenahmetechnik abhängt, erklärt Professor Ortwin Adams vom Institut für Virologie des Universitätsklinikums Düsseldorf dem Wissenschaftsmagazin “Spektrum”. “Wenn der Abstrich schlecht ist, haben Sie sofort eine geringere Viruslast in der Probe und daher einen höheren Ct-Wert”, sagt Adams.

Medizinische Laboratorien warnen auch vor einer Fehlinterpretation der Ct-Werte im PCR-Test. das MVZ Labour in Ravensburg schreibt in einer Mitteilung an Ärzte, dass neben „suboptimaler Probenahme“ auch niedrige oder niedrige Infektionen die Ursache für hohe Ct-Werte sein können. Letztendlich kann das Virus auch bei kritisch kranken Patienten bereits vom Hals in die Lunge gewandert sein, weshalb die Viruskonzentration niedrig ist.

READ  Corona: 24 Regionen in Deutschland über 50 Mark, R-Wert steigt auf über 1,4

Ct-Werte wurden noch nicht berücksichtigt

Nach Angaben von “Süddeutsche Zeitung” Die Gesundheitsbehörden werden im Allgemeinen nicht über den Ct-Wert infizierter Personen informiert. Nur in Einzelfällen wissen die Behörden anhand der Laborergebnisse, wie ansteckend eine positiv getestete Person ist.

Bisher hat das Robert Koch-Institut nur in einem Fall empfohlen, den Ct-Wert zur Beurteilung zu verwenden: Patienten mit schwerem Verlauf können zehn Tage nach Auftreten der Symptome aus der Isolation entlassen werden. wenn sie 48 Stunden lang beschwerdefrei sind und ihr Ct-Wert größer als 30 est ist.

Laut RKI sollten Patienten mit milden Symptomen oder Patienten ohne Symptome nicht “isoliert” werden, selbst wenn sie hohe Ct-Werte aufweisen. Zur Rechtfertigung weist der RKI darauf hin, dass die Ct-Werte je nach Probenahme- und Testverfahren variieren können.

Drosten empfiehlt die Bewertung der Ct-Werte

Der Charité-Virologe Christian Drosten hatte bereits im September im NDR-Podcast „Coronavirus Update“ empfohlen, Ct-Werte zur Beurteilung der Infektiosität zu verwenden. Wenn ein standardisiertes Verfahren angewendet wird, ist dies für jedes Labor möglich. Zusammen mit dem Testergebnis können die Ergebnisse dann übertragen werden, um herauszufinden, ob bei der getesteten Person ein hohes oder niedriges Infektionsrisiko besteht.

Wenn die Gesundheitsbehörden in Zukunft die Ct-Werte berücksichtigen, würden viele nicht ansteckende Menschen vor der Isolation und ihre Familien und Freunde vor der Quarantäne bewahrt, sagt Drosten. Letztendlich würde sich auch die Belastung der Büros verringern, da bei nicht ansteckenden Personen keine Nachverfolgung von Kontakten erforderlich ist.

So kam das Coronavirus in die Schweiz – eine Zeitleiste

Die Schweizer Armee wurde im Corona-Dienst in der französischsprachigen Schweiz eingesetzt

Das könnte Sie auch interessieren:

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Unbekannte Anrufer: Sie sollten dies niemals telefonisch sagen

Betrüger versuchen immer wieder, Daten oder Geld von Benutzern nicht nur durch Spam-E-Mails, sondern auch durch Telefonanrufe zu erhalten. Wer einen verdächtigen Anruf erhält, sollte daher ein bestimmtes Wort meiden.

READ  So stark ist Europa derzeit betroffen

Jeder, der von unbekannten Anrufern aufgefordert wird, am Telefon laut „Ja“ zu sagen, sollte vorsichtig sein. Weil es ein Betrug sein kann. Websites zur Überprüfung von Fakten wie “Mimikama.at” oder Verbraucherberatungsstellen warnen davor.

Berichten zufolge haben Benutzer nach dem Telefonanruf Rechnungen oder Vertragsdokumente erhalten. Das “Ja” wurde als Vorwand genommen, dass die Benutzer den Vertrag akzeptiert hatten. In extremen Fällen sollte das “Ja” sogar …

Link zum Artikel