Neben ischämischen Schlaganfällen gibt es hämorrhagische Schlaganfälle, die nur etwa 20 Prozent ausmachen. Ein gebrochenes Blutgefäß im Gehirn bedeutet, dass das dahinter liegende Gehirngewebe keinen Sauerstoff und keine Nährstoffe mehr erhält und das austretende Blut Druck auf das umgebende Gehirngewebe ausüben und es weiter schädigen kann.

Ob hämorrhagisch oder ischämisch: Wenn ein Schlaganfall nicht sofort ausgeführt wird, treten neurologische Defizite wie Lähmungen, sensorische Störungen und Sprachstörungen auf. Schäbitz: “Gerade weil Schlaganfall nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen in Europa ist, ist Prävention besonders wichtig.”

420.000 Menschen untersucht

Die Studie analysierte unter anderem soziodemografische Faktoren, Essgewohnheiten und den Lebensstil einer Kohorte von fast 420.000 Menschen in neun europäischen Ländern (Dänemark, Deutschland, Griechenland, Italien, Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden und Großbritannien). Diese Kohorte wurde 1992 und 2000 im Rahmen der Studie “European Prospective Research on Cancer and Nutrition” rekrutiert.

In 12,7 Jahren waren insgesamt 4.281 ischämische und 1.430 hämorrhagische Schlaganfälle aufgetreten. Die demografische Analyse ergab, dass die Betroffenen älter waren als die übrigen Studienteilnehmer, ein etwas höheres Körpergewicht hatten, häufiger stark rauchten und im Durchschnitt auch etwas mehr Alkohol tranken.

Es ist aufregend, was die Patienten gegessen haben

Besonders aufschlussreich war die Analyse der Essgewohnheiten. Die Teilnehmer mit einem ischämischen Schlaganfall hatten mehr rotes und verarbeitetes Fleisch konsumiert, aber weniger Vollkornprodukte, Obst und Gemüse, Nüsse und Samen sowie weniger Käse und Milchprodukte. Das erhöhte Risiko, das durch einen höheren Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch (definiert als mehr als 50 g / Tag) beobachtet wird, nahm im Vergleich zu anderen Lebensmitteln ab.

Daher könnte die negative Wirkung von Fleisch durch eine vollkornreiche Ernährung ausgeglichen werden. Die positiven Wirkungen von Vollkornprodukten, Obst und Gemüse, Nüssen und Samen, Käse und Milchprodukten waren in allen Analysen stabil. Fazit: “Sie können Ihr persönliches Krankheitsrisiko reduzieren, indem Sie Obst, Gemüse und eine vollkornreiche Ernährung verwenden”, erklärte Hans-Christoph Diener, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Eier können Gehirnblutungen verursachen

Diener: “Andererseits scheinen diese Ernährungsfaktoren keinen schützenden Effekt auf das Risiko einer Gehirnblutung zu haben.” Nur der Verzehr von Eiern erhöht das Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle signifikant, insbesondere erhöht sich das Risiko pro 20 g / Tag um den Faktor 1,25, ansonsten hatte jedoch kein Ernährungsfaktor eine signifikant schädliche oder schützende Wirkung.

Schlussfolgerung der Autoren: Die positiven und negativen Auswirkungen der Ernährung sind wahrscheinlich keine direkten Auswirkungen: Lebensmittel, die vor ischämischem Schlaganfall schützen, senken bekanntermaßen den Blutdruck. Rotes und verarbeitetes Fleisch und Eier hingegen erhöhen den Blutdruck und das Gesamtcholesterin.

“Wir wissen, dass eine gesunde Ernährung die beiden Hauptrisikofaktoren für Schlaganfälle – Bluthochdruck und hoher Cholesterinspiegel – verhindert und daher auf jeden Fall Sinn macht. Die Frage bleibt jedoch unbeantwortet, ob, Beispielsweise führt der Verzehr von Eiern zu einer stärkeren Gehirnblutung, wenn Blutdruck und Fettgehalt mit Medikamenten kontrolliert werden, dh wenn Ernährungsfaktoren zusätzliche direkte Auswirkungen auf das Schlaganfallrisiko haben “, schließt der DGN-Sprecher.

READ  Coronavirus: Neue Regeln in Deutschland - Maßnahmen für zurückkehrende Reisende, Maskenstrafen, Großveranstaltungen