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Forscher bewerten Koronadaten: Virus-Hotspot in der Nase

09. September 2020-17: 25 Die Uhr

Neue Perspektiven zur Ausbreitung des Virus

Eine Coronavirus-Infektion kann sich auf verschiedene Arten manifestieren. Neben Hals und Lunge können auch viele andere Organe betroffen sein. Forscher haben jetzt Hot Spots gefunden – nur durch Analyse der Daten.

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Die Forscher bewerteten Daten zu Koronainfektionen

Forscher haben herausgefunden, in welchen Zellen die genetischen Voraussetzungen für eine Coronavirus-Infektion bestehen. Manvendra Singh und Cédric Feschotte von der Cornell University in Ithaca / New York und Vikas Bansal vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Tübingen benötigen dafür kein Labor, berichtet das German Medical Journal. Stattdessen suchten die Forscher nach Datenbanken. Auf diese Weise entdeckten sie, in welchen Zellen die Voraussetzungen für eine Coronavirus-Infektion erfüllt sind.

Die Forscher untersuchten die beiden bereits bekannten Merkmale, die Sars-CoV-2 benötigt, um eine Zelle anzugreifen. ACE2 (Angiotensin-Converting Enzyme2) dient als Ankerpunkt für die Zelle und TMPRSS2 (Transmembrane Serine Protease2) ermöglicht den Eintritt von Viren in die Zelle. Diese beiden Faktoren sind jedoch nicht die einzigen, die die Infektiosität beeinflussen. Viren benötigen beispielsweise auch bestimmte Enzyme, um sich in der Zelle replizieren zu können.

Gleichzeitig gibt es verschiedene Faktoren, die verhindern, dass das Virus eindringt und sich vermehrt. Mit diesem Wissen ausgestattet entwickelte das Forschungstrio ein sogenanntes Panel von 28 Genen und zellulären Faktoren, die vermutlich die Infektiosität beeinflussen können. Im nächsten Schritt überprüften die Forscher die Aktivität, auch Ausdruck genannt, der 28 Kandidaten. Zu diesem Zweck bewerteten die Forscher bekannte Daten von etwa 400.000 menschlichen Zellen aus verschiedenen Gewebetypen. Dazu gehören gesunde Zellen in der Nasenschleimhaut, Lunge, Darm, Herz, Nieren und Genitalien.

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Der Hot Spot des Virus befindet sich in der Nase

Es stellte sich heraus, dass die Nasenschleimhaut wie auf einem Schlachtfeld mit dem Coronavirus interagiert. “Es scheint also, dass der Kontakt des Virus mit der Nasenschleimhaut zu einer Pattsituation führt. Die Frage ist, wer als Sieger hervorgehen wird. Interessanterweise legen unsere Daten nahe, dass der Grad der Expression von Eintrittsfaktoren in Nasengewebe Menschen nehmen mit dem Alter zu. Dies könnte einer der Gründe sein, warum ältere Menschen anfälliger für Infektionen mit SARS-CoV-2 sind “, erklärt Bansal einen Teil der Ergebnisse.

Neben der Nasenschleimhaut werden auch Darm, Nieren, Hoden und sogar die Plazenta als potenzielle Hot Spots für Sars-CoV-2 bezeichnet. Den Daten zufolge können auch Lunge, Herz und Zentralnervensystem erfolgreich von Sars-CoV-2 angegriffen werden, obwohl andere zelluläre Faktoren als Alternativen zum ACE2-Rezeptor fungieren. Die Forscher fanden jedoch keine Hinweise auf eine direkte Beteiligung von Nervenzellen.

Daten sind für andere frei zugänglich

Mit ihren Ergebnissen können die Forscher bestimmen, welche Organzellen wie von Coronaviren befallen werden können. Die Ergebnisse können mit den verschiedenen Symptomen in Einklang gebracht werden, die die Covid 19-Krankheit mit sich bringen kann. Gleichzeitig betonen die Forscher jedoch, dass mehr Forschung erforderlich ist. “Eine Einschränkung unserer Ergebnisse besteht darin, dass sich die Expressionsmuster während der Infektion ändern können und dass diese Aktivitätsprofile nicht direkt die Häufigkeit von Proteinen wie Zellrezeptoren widerspiegeln. Allerdings sind die Muster Ausdruck sind gute Indikatoren “, sagt Bansal laut einem DZNE-Bericht zur Prüfung.

Im Rahmen der Studie entwickelten die Forscher auch eine frei zugängliche Seite, auf der ihre Daten leicht zugänglich sind. “Es ist eine nützliche Ressource für Covid-19, aber möglicherweise auch für die nächste Koronapandemie – nicht, dass ich eine möchte”, sagte Studienleiter Feschotte in einer Nachricht von der Cornell University. “Aber wir müssen realistisch und besser vorbereitet sein. Ein Teil der Vorbereitung besteht darin, die Daten herauszuholen.” Die Ergebnisse wurden in “Cell Reports” als Vordruck, dh als ungeprüfter Artikel, veröffentlicht.

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Die: ntv.de.

Mallory Glasg

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