Daniel Křetínský gilt nicht als überschwänglicher oder gewagter Mann. Leute, die ihn kennen, beschreiben den tschechischen Milliardär als ruhig, höflich, manchmal zurückhaltend. Die Botschaft, die Křetínský am Sonntagabend sandte, war jedoch ganz anders: Křetínský machte über seine Tochtergesellschaft EP Global Commerce ein “freiwilliges Übernahmeangebot” für die Metro-Vertriebsgruppe. Es bietet “8,48 Euro pro Stammaktie in bar”, kündigte der Investor an. Ziel ist ein Großhandelsanteil “von mehr als 30 Prozent und damit mehr Flexibilität”.

Křetínský besitzt bereits 29,99% der Metro-Aktien. Er hatte es vor einiger Zeit von der deutschen Haniel-Handelsdynastie erworben. Seitdem versucht er ständig, seinen Einfluss innerhalb der Düsseldorfer M-Dax-Gruppe auszubauen. Bei mehreren Gelegenheiten hat er sich mit Metro-Chef Olaf Koch gestritten, der das ehemalige Konglomerat, zu dem Media Markt und Saturn sowie die Kaufhausgruppe Galeria gehörten, zu einem auf Feinkost spezialisierten Großhändler verkleinert hat.

Zuletzt forderte Křetínský Koch öffentlich auf, den Aktienkurs zu erhöhen. Doch Koch meldete kürzlich mehr als 100.000 Mitarbeiter, aber nur einen Jahresumsatz von 27 Milliarden Euro mit einem Gewinn von etwas mehr als 400 Millionen Euro – und kündigte dann seinen Rücktritt zum Jahresende an. während er bis 2022 einen gültigen Vertrag gehabt hätte. Seine U-Bahn-Umstellung ist also abgeschlossen Koch. Alles andere, so kann man verstehen, sollte von anderen erledigt werden. Besonders auf den neuen Eskapaden seines schwierigen Großaktionärs Křetínský.

Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, dass der Milliardär das Machtvakuum in Düsseldorf nutzen will, das er provoziert hat, um seinen Einfluss weiter auszubauen. Neben der zukünftigen Konsolidierung des Marktes sind die Eigenschaften des Konzerns besonders interessant. Aber natürlich hat sich Corona negativ auf das Geschäft ausgewirkt: Während sich die Metro-Aktie gegen die Konkurrenz gut behauptet, ist Papier mit etwas mehr als acht Dollar historisch günstig.

READ  70% höheres Kursziel: Wedbush auf Tesla-Aktien: "Perfect Storm" nähert sich Tesla | Botschaft

Křetínský selbst hatte damals wahrscheinlich rund zehn Euro pro Aktie gezahlt. Der Chef von Metro Koch betrachtet 20 Euro als realistische Perspektive. Dies ist einer der Gründe, warum es seinen Aktionären im vergangenen Jahr empfohlen hat Křetínskýs erstes Übernahmeangebot für gut 16 euro pro aktie nicht zu akzeptieren. Dass es auch “amateurhaft” vorbereitet wurde, wie sie intern lästern, weil Křetínský vorher mit niemandem etwas besprochen hatte, erledigte den Rest.

Historisch günstige Gelegenheit

Auch diesmal ist die Chance, dass der Tscheche die U-Bahn endgültig kontrolliert, gleich Null. Dafür müsste es nicht nur 2,2 Milliarden Euro auf den Tisch legen, sondern vor allem die Anteile der Unternehmerfamilien Schmidt-Ruthenbeck und Beisheim übernehmen, die zusammen 23% der Anteile über ihre Schweizer Familienstiftungen halten – und haben also eine blockierende Minderheit.

Das öffentliche Angebot von Křetínský ist hauptsächlich auf das deutsche Gesellschaftsrecht zurückzuführen. Dies sieht ein obligatorisches Übernahmeangebot vor, sobald ein Aktionär mehr als 30% eines Unternehmens besitzt – und theoretisch die Gruppe kontrollieren könnte. Dieses Pflichtangebot hätte jedoch teurer sein können als die derzeit von Křetínský angebotenen 8,48 je Aktie.

Auf diese Weise legt der Anleger in seinem Angebot fest, was sein Ziel ist. Er sollte “nach Abschluss des öffentlichen Übernahmeangebots nicht mehr als 50% der Stimmrechte halten”, kündigte der PE Globhal Commerce an. Křetínský und seine Partner sind “langfristige Investoren mit dem Ziel, die Marktposition und die operative Leistung der METRO AG als führender unabhängiger Anbieter im Lebensmittel- und Non-Food-Bereich mit einem attraktiven Angebot an Bargelddienstleistungen zu stärken & Carry und Online-Support. “

READ  Bill Gates: Warum Elektroflugzeuge niemals ihren Weg finden werden

Vielleicht sucht der Tscheche nur nach dem, was er sich vorgestellt hat, als er sich der britischen Royal Mail und der deutschen Mediengruppe ProSieben Sat1 anschloss: eine gute Gelegenheit.

Ikone: Der Spiegel