Hasserfüllte Videos, Pseudowissenschaften und Verschwörungsmythen: Wer einmal in den dreckigen Ecken Youtube lief aus, was oft über empfohlene Videos tiefer in den Abgrund der Videoplattform versinkt. Zumindest werfen sie das Feuerfuchs-Entwickler von Mozilla ihr Konkurrent Google vor dem. Zusammen mit YouTube-Nutzern möchten sie herausfinden, was mit dem YouTube-Algorithmus nicht stimmt, der die Zuschauer zu giftigen Videos führt.

Am Donnerstag hat die Mozilla Foundation die Erweiterung dafür RegretsReport veröffentlicht. Mit dem Browser-Plug-In müssen Benutzer melden, ob sie sich in der kryptischen Reihe von Clips auf YouTube verlaufen. “Journalisten, Wissenschaftler und sogar ehemalige Mitarbeiter sagen YouTube seit Jahren, dass das Empfehlungssystem die Nutzer nicht länger in ein Labyrinth rassistischer und verschwörerischer Inhalte versetzen sollte”, erklärt Mozilla.

Von Wikinger-Videos bis zu rassistischen Clips

Besonders mutig: Mozilla bietet nicht nur die Erweiterung für seinen eigenen Firefox-Browser, sondern hat auch ein Plug-In für den Konkurrenten Google Chrome veröffentlicht.

Dies ist keine Provokation, sagt Mozilla-Chefaktivist Brandi Geurkink gegenüber SPIEGEL. Stattdessen möchten Sie so viele YouTube-Nutzer wie möglich aktivieren, unabhängig von ihrem Browser. “Wir wollen sehen, ob die Empfehlungs-KI von YouTube Muster enthält, die Menschen zu schlechten Erfahrungen führen”, sagt Geurkink. “Wir werden die Ergebnisse unserer Umfragen veröffentlichen und sie auch mit YouTube teilen.”

Mozilla hatte bereits das letzte Jahr Empfehlungsalgorithmus von YouTube kritisiert. Die Entwickler haben den Weg der Benutzer geebnet, die von Wikinger-Videos zu rassistischen Ideen geführt wurden, von Drag-Queen-Lehrvideos über homophobe Clips bis hin zu Crash-Videos von grausamen Unfällen.

Sie haben YouTube drei Vorschläge geschickt, um das Problem laut Mozilla offen und transparent zu lösen. “YouTube hat bisher nichts geändert.” Es ist klar: Umstrittene Videos Bringen Sie Geld in die Gruppe, weil sie die Nutzungsdauer der Plattform verlängern können. Dies beinhaltet auch Verschwörungsvideos zum Thema Coronadie derzeit boomt.

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Bei Google beziehen Sie sich auf Ihre eigenen Bemühungen. Ein Sprecher des Suchmaschinenunternehmens antwortete auf eine Anfrage von SPIEGEL: “Wir aktualisieren ständig unsere Empfehlungssysteme, um die Benutzererfahrung kontinuierlich zu verbessern.” Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 30 verschiedene Änderungen vorgenommen, um Empfehlungen mit fragwürdigem Inhalt zu reduzieren. Aufgrund dieser Anpassungen ist die Anzeigezeit dieses Inhalts aus nicht abonnierten Empfehlungen in der Vereinigte Staaten um mehr als 70 Prozent gesunken.

Die Bedienung des Berichterstellungstools ist einfach. Sobald RegretsReporter installiert ist, erkennt das Plug-In, wenn sich der Nutzer mit dem Browser auf YouTube befindet. Dann wird die traurig aussehende Comic-Sprechblase rot und Sie können den Clip mit einem Mausklick markieren. Benutzer können auch angeben, ob das Video falsche Informationen enthält, ob jemand beleidigt ist oder ob der Inhalt nur seltsam ist.

Mozilla speichert den Videoverlauf

Das Plugin ist jedoch ziemlich merkwürdig: Die Erweiterung erkennt nicht nur die Seite, auf der sich der Benutzer gerade befindet. Der RegretsReporter merkt sich auch die Videos, die Sie auf dem Weg zum aktuellen Clip gesehen haben – und sendet den Verlauf auch an Mozilla. Dort heißt es jedoch, dass Berichte anonym behandelt und zufällig generierte Benutzer-IDs vergeben werden.

Es ist jedoch nicht bekannt, wie viel Mozilla die eingehende Massenanalyse wirklich wert ist. Denn die Verarbeitung kann mit Software allein kaum durchgeführt werden, da unter anderem Missbräuche herausgefiltert werden müssen. Wenn beispielsweise Benutzer zusammenkommen, um ein ernsthaftes Corona-Faktenvideo zu melden, weil der Inhalt nicht ihren Wünschen entspricht, landet der Clip auf der Liste der angeblichen YouTube-Horrorvideos. Software kann diese irreführenden Berichte kaum von den ernsthaft gemeldeten Verschwörungsclips trennen. Dann müssen die Leute antworten. Und es kostet viel Zeit und Geld.

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Ikone: Der Spiegel