Ree RKI meldet an einem Tag mehr als 11.000 neue Koronainfektionen, Berchtesgadener Land erlebt eine neue Version der Sperrung und Gespräche über Kontaktbeschränkungen und abgesagte Veranstaltungen sind nach einem relativ ruhigen Sommer in vollem Gange.

Wird Deutschland die Wende im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus bewältigen? Das war die Frage, die “Maybrit Illner” seinen sechs Gästen am Donnerstagabend im ZDF stellte.

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Ebenfalls anwesend waren Peter Tschentscher (SPD), erster Bürgermeister von Hamburg, Christian Lindner (FDP), Parteivorsitzender und Vorsitzender der Fraktion, Schriftsteller und Kolumnist Jagoda Marinić und Journalist Georg Mascolo.

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Susanne Herold, Professorin für Infektionskrankheiten der Lunge am Universitätsklinikum Gießen, und Stefan Oschmann, CEO des Wissenschafts- und Technologiekonzerns Merck, der rund 50 der 200 Impfstoffentwicklungsprojekte weltweit unterstützt, wurden ebenfalls live miteinander verbunden .

Kontroverse 1: Die Gefahr von Ablehnungen

Am Abend äußerte Tschentscher wiederholt seine Besorgnis darüber, dass manche Menschen die Pandemie trotz der wachsenden Zahl von Infektionen immer noch nicht ernst genug nehmen. Relativierungen wie der Hinweis auf Intensivstationen, die noch lange nicht erschöpft sind, sind eher eine Ausrede, sich nicht an die Regeln zu halten. “Wir brauchen jetzt Disziplin, und dazu gehören auch Kontrollen und Sanktionen”, sagte der erste Hamburger Bürgermeister.

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Für Marinić ist dies genau die Art von Krisenkommunikation, die sie nicht mag. Niemand konnte solche Reden lange ernsthaft halten, es muss Widersprüche geben. Sie sagte: Theoretisch kann eine Krise auch unter Kontrolle gebracht werden, wenn zehn Prozent der Gesellschaft sich weigern, sie zu akzeptieren.

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Tschentscher widerspricht: “Die zehn Prozent, die gegen die Regeln verstoßen, sie ignorieren, gefährden das gesamte Projekt.” Dies kann nicht akzeptiert werden, da eine Ablehnung im Falle einer Pandemie nicht nur sich selbst gefährden würde. Aber genau das kann man bis zu einem gewissen kritischen Betrag akzeptieren, konterte Marinić. “Wir müssen lernen, viel differenzierter zu argumentieren, als zu sagen, dass zehn Prozent bei einer Pandemie alles zerstören würden.” Ansonsten spielen Sie am Ende des Tages nur Leute gegeneinander.

Kontroverse 2: Die Rolle des Parlaments

Für Marinić umfasste eine differenzierte Debatte auch die Beteiligung des Parlaments. Tschentscher betonte, dass der Bundestag – und damit die Hamburger Staatsbürgerschaft – an vielen Entscheidungen beteiligt gewesen sei. Als Manager ist er jedoch auch verpflichtet, konsequent zu handeln. “Und oft in so kurzen Abständen, dass man das nicht in normale parlamentarische Verfahren einbauen kann.”

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Lindner war dagegen. Der Bundestag hat während der Pandemie auch die kompliziertesten Gesetze in Rekordgeschwindigkeit umgesetzt. Er beklagte sich darüber, dass die Parlamentarier vom Kanzler nicht einmal mehr über ihre Gespräche mit den Staats- und Regierungschefs des Landes informiert wurden, wie dies zu Beginn der Pandemie der Fall war. “Der Deutsche Bundestag wird über Medien und Podcasts informiert”, sagte Lindner. Es ist nicht möglich.

Umstrittener Punkt 3: das Unterkunftsverbot

Was im Parlament niemals verabschiedet worden wäre, war Lindner überzeugt, war das Verbot der Unterbringung. Ein Begriff, der zu Tschentschers Leidwesen abends immer wieder auftauchte. Er beschrieb es als “Kleinigkeit”, wie eine kleine Siedlung, die mehr Probleme verursacht als sie bringt, und tatsächlich existiert sie kaum mehr.

Für Mascolo war das vermeintlich kleinere Problem eher eine langfristige Katastrophe, mit der man die Glaubwürdigkeit der Politik für viele gefährdete Personen erkennen konnte.

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Das Erfordernis einer Maske im Klassenzimmer wird nicht nur als Problem angesehen:

Denn bereits im Mai, als die Reisebeschränkung für die Binnenregionen mit einer hohen Infektionsrate erstmals beschlossen wurde, wäre bekannt gewesen, dass die Bezirke überhaupt nicht konnten regulieren das. Tschentscher hatte dies damals bereits mit Skepsis gesehen und sich bei Illner für neue Regelungen ausgesprochen.

Die Einheit der Hülse: keine zweite Verriegelung

Bereits zu Beginn der Show hatte Illner angesichts der derzeit strengen Beschränkungen in Berchtesgaden die Frage gestellt, ob diese “Lokalanästhesie” in Zukunft befriedigt werden könne oder ob das künstliche Koma das ganze Land bedrohen könne. .

Im Laufe des Abends nutzten alle am Tisch die Gelegenheit, um darauf hinzuweisen, dass sie eine vollständige zweite Sperre nicht für vorstellbar oder nützlich hielten. Die wirtschaftlichen Risiken sind zu groß, aber auch die sozialen Folgen wie Einsamkeit oder die Gefahren für die Bildung junger Menschen.

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Herold sprach sich auch gegen eine neue Sperre aus, weil sie nicht mehr benötigt wurde. Anders als im Frühjahr, als noch so viel nicht klar war, ist die Situation heute anders. “Wir haben gelernt”, betonte sie mehrmals und bezog sich auf die Internalisierung von Maßnahmen wie das Tragen einer Maske, das Halten des Abstands, das Händewaschen und das Lüften – Maßnahmen, die es sind heute so wichtig wie damals.

Eine kleine Hoffnung: der Impfstoff

Merck-Chef Oschmann äußerte sich “vorsichtig optimistisch” zur Impfstoffentwicklung. Die Wahrscheinlichkeit, nächstes Jahr einen zu haben, ist hoch. Noch mehr: “Ich hoffe wirklich, dass wir mehrere Impfstoffe bekommen.”

Die verschiedenen Technologien hinter diesen Substanzen bieten daher eine Chance. Herold konnte auch zustimmen: “Vielleicht gibt es Kombinationen verschiedener Impfstoffe, die dann besonders schützend sind.”

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Aber es gibt immer noch einen Mangel an wichtigen wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie an Medikamenten zur Behandlung kranker Menschen – denn am Ende des Tages brauchen Sie unbedingt beides. Dennoch schloss Herold: „Es ist erstaunlich, wie schnell wir jetzt so viele verschiedene Impfstoffe in klinischen Studien testen. Dort ist viel passiert. “”

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