In Sachsen und Berlin wurden Infektionen mit dem West-Nil-Virus gemeldet, und andere Verdachtsfälle werden geklärt. Woher kommt das Virus und welche Krankheiten verursacht es beim Menschen?

Wie lauten die aktuellen Fallnummern des West-Nil-Virus?

Das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet in seinem aktuellen epidemiologischen Bulletin über sieben Berichte in Leipzig und jeweils einen in Meißen und Berlin. In Berlin gibt es auch andere Verdachtsfälle des West-Nil-Virus (WNV), die derzeit untersucht werden.

Wie krank sind infizierte Menschen?

Ein 76-jähriger Mann entwickelte eine Enzephalitis, eine 32-jährige Frau und ein 85-jähriger Mann entwickelten eine Meningitis. Eine Person in Meißen wurde während des Blut- / Plasmaspende-Screenings bemerkt und hatte nach der Spende allgemeine Krankheitssymptome sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Ein Patient in Berlin entwickelte ebenfalls Anzeichen einer Krankheit, nachdem die Infektion während der Blut- / Plasmaspende festgestellt wurde.

Wo waren sie infiziert?

Da keiner der Infizierten abwesend war, ist eine Infektion in Deutschland wahrscheinlicher. Nach Ergebnissen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) für Tiergesundheit zirkulierte der WNV diesen Sommer erneut in mehreren ostdeutschen Bundesländern; es wurde unter anderem bei Vögeln und Pferden nachgewiesen.

Wie wird der Virus übertragen?

Das Virus wird hauptsächlich von Mücken der Gattung Culex übertragen, die in Deutschland weit verbreitet sind. Die anhaltende Ausbreitung in diesem Land könnte daher vor allem durch längere Sommer mit hohen Temperaturen begünstigt werden. Experten nennen die hitzebegünstigte Region Oberrhein als ein weiteres mögliches Risikogebiet, in dem seit Jahren gegen Mückeninvasionen gekämpft wird.

Welche Krankheiten kann das Virus verursachen?

Etwa 80 Prozent der Infektionen beim Menschen sind symptomlos, der verbleibende fünfte mit meist milden Symptomen wie Fieber oder Hautausschlag. Nur weniger als ein Prozent aller Betroffenen – in der Regel ältere Menschen mit früheren Krankheiten – entwickeln eine Meningitis oder seltener eine Entzündung des Gehirns, die als Enzephalitis bezeichnet wird und tödlich sein kann.

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Wie werden die Infizierten behandelt?

Derzeit gibt es keine spezifische Therapie für den Menschen. Infektionen können nur mit Mückenschutz verhindert werden. Impfstoffe sind ebenfalls nicht erhältlich.

Woher kommt der Virus?

Das West-Nil-Virus stammt aus Afrika. Krankheitserreger werden von Mücken zwischen Vögeln übertragen. Aber auch Säugetiere, insbesondere Pferde und Menschen, können mit Mückenstichen infiziert sein.

Wie entwickelt sich die Verbreitung in Deutschland?

Das RKI hatte bereits im Juni angekündigt, dass sich das West-Nil-Virus in Deutschland weiter ausbreiten werde. Das Virus könne offenbar in Deutschland überwintern, sagte er. Im Jahr 2019 wurden bei Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin fünf West-Nil-Virusinfektionen festgestellt, möglicherweise aufgrund der Übertragung von Mücken. Dies sind die ersten Fälle in Deutschland. Ein Patient aus Sachsen litt an Enzephalitis, erholte sich jedoch. Die Infektionen waren den Deutschen bereits bekannt. Aber sie kamen von Reisen nach Südeuropa und Nordamerika.