M.Eine sorgfältige Eigenwerbung ist in vielen Berufen erlaubt, um eine Karriere zu fördern oder Kunden zu gewinnen. In einigen Fällen ist es jedoch verpönt oder sogar verboten. Zum Beispiel dürfen Ärzte nur sachliche Informationen über ihr Angebot liefern, aber nicht “werben”. Diese Einschränkung ergibt sich aus der Tatsache, dass es Berufe gibt, die in erster Linie für andere da sind: Der Soziologe Talcott Parsons schrieb eine solche “kollektive Ausrichtung” den Berufen von Ärzten, Lehrern und Anwälten zu, die ihre Entscheidungen zum Wohle von treffen ihre Kunden, nicht nur ihre Behalten Sie Ihren Geldbeutel im Auge.

Ähnliche, nicht ganz so strenge Erwartungen gelten auch für die Wissenschaft: Große Entdeckungen können Ruhm bringen, selten sogar Wohlstand, aber man möchte annehmen, dass Forscher nicht zum persönlichen Vorteil da sind, sondern für die Weiterentwicklung von Wahrheit und Wissen im Dienste aller. . Der Wissenschaftssoziologe Robert K. Merton hat daher den Altruismus („Desinteressiertheit“) als eine der Grundnormen der wissenschaftlichen Gemeinschaft hervorgehoben.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Wissenschaftler kein Interesse haben oder sie nicht verfolgen. Im Gegenteil: Akademische Karrieren hängen in hohem Maße davon ab, dass andere die Früchte der eigenen Arbeit anerkennen. Dies setzt voraus, dass sie tatsächlich berücksichtigt werden – und dies ist eine Herausforderung angesichts der großen Anzahl von Beiträgen, auch bei bestimmten Themen. Ihre eigene Arbeit ins richtige Licht zu rücken, gehört daher zum täglichen Brot der Wissenschaft. Und weil Aufmerksamkeit die halbe Miete ist, zahlt sich Eigenwerbung oft aus.

Andere Märkte schneiden besser ab als Sie

Aber was passiert, wenn Wissenschaftler ihre eigene Arbeit nicht mehr bewerben können? Wenn der Selbstvermarkter stirbt, übernimmt laut einer Studie eines Forscherteams am Massachusetts Institute of Technology die „Vertriebsmannschaft“ der Kollegen diese Aufgabe – und das mit Erfolg. Andere bewerben ein Werk möglicherweise direkter als der Autor, weil sie nicht in ihrem eigenen Interesse zu handeln scheinen. Um festzustellen, ob der vorzeitige Tod eines Wissenschaftlers den Ruf fördert, untersuchten die Forscher die Karriere von mehr als 12.000 Life-Science-Forschern. Unter ihnen waren 720 Menschen, die starben, während sie aktiv forschten. Da es für eine bestimmte Person unmöglich ist, die Zitierkarriere sowohl im Falle eines vorzeitigen Todes als auch im Falle eines Überlebens zu beobachten, müssen verschiedene Personen miteinander verglichen werden. Für jede Veröffentlichung eines verstorbenen Wissenschaftlers wurde eine Kontrollgruppe aus Veröffentlichungen gebildet, die im selben Jahr erschienen und die hinsichtlich der beruflichen Merkmale der Autoren so ähnlich wie möglich sind. Fast eine halbe Million Veröffentlichungen bis 2006 wurden in die Analyse einbezogen.

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